Syrische Rebellen - Angriff auf wichtige Basis der Luftwaffe

Sonntag, 4. November 2012, 11:46 Uhr
 

Beirut (Reuters) - Die Rebellen in Syrien haben nach eigenen Angaben eine strategisch wichtige Luftwaffenbasis angegriffen und drohen, die Regierungstruppen in der größten Stadt Aleppo von der Versorgung aus Damaskus abzuschneiden.

Ein Sprecher der Islamischen Front zur Befreiung Syriens sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag per Telefon, der Angriff auf den Taftanas-Stützpunkt habe am Morgen begonnen. Sie setzten Granatwerfer und mindestens drei Panzer gegen die Soldaten ein. Ein Hubschrauber und mehrere Luftabwehrgeschütze seien zerstört worden. Die oppositionelle Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von Racheangriffen der Luftwaffe auf das nahegelegen Dorf Bennisch.

Die Angaben aus Syrien können kaum überprüft werden, weil ausländischen Journalisten der Zugang größtenteils verweigert wird.

Der Aufstand gegen Syriens Präsident Baschar al-Assad begann vor 19 Monaten und hat sich zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet. Die Rebellen haben ländliche Gebiete im Norden sowie Grenzübergänge zur Türkei unter ihre Kontrolle gebracht. Auf der Basis Taftanas in der Provinz Idlib werden Kampfhubschrauber und -flugzeuge der syrischen Luftwaffe betankt. "Von der Flugbasis heben alle Maschinen ab, die Idlib bombardieren", erklärte ein Aufständischer. "Wenn wir sie befreien, wird die Straße zwischen Aleppo und Idlib offen und sicher sein." Auch aus dem Osten Syriens und der Öl-Provinz Deir al-Sor wurden Kämpfe bemeldet.

Ab Sonntag treffen sich in Katar Vertreter der Aufständischen, um über ein gemeinsames Vorgehen zu diskutieren. Bislang ist die Opposition zerstritten. Die Staatengemeinschaft ist vor allem wegen der zunehmenden Aktivität islamistischer Kämpfer in Syrien zurückhaltend bei der Unterstützung der Rebellen. Der UN-Sicherheitsrat ist blockiert, da Russland und China ihren Verbündeten in Damaskus schützen.

 
A Free Syrian Army fighter stands guard during clashes with President Bashar al-Assad's forces in the Taftanaz area near Idlib November 3, 2012. REUTERS/Abdalghne Karoof