Stahlindustrie in Deutschland erwartet 2013 Wachstum

Montag, 5. November 2012, 18:17 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Die Stahlindustrie in Deutschland mit Branchengrößen wie ThyssenKrupp und Salzgitter rechnet im kommenden Jahr mit einer Belebung der zuletzt mauen Geschäfte.

"Wir erwarten, dass sich die Stahlkonjunktur 2013 moderat aufhellen wird", sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, am Montag in Düsseldorf. Die Rohstahlproduktion werde hierzulande wohl steigen. Die Branche um Weltmarktführer ArcelorMittal profitiere davon, dass Kunden ihre leergeräumten Lager wieder auffüllen müssten. Wegen der ungewissen Konjunkturaussichten werde dies aber nicht im großen Stil geschehen.

Eine genaue Prognose für 2013 will der Verband erst zum Jahreswechsel vorlegen. Klar scheint aber bereits zu sein, dass die Nachfrage nicht auf breiter Front, sondern nur dank des Lagerzyklus anziehen wird. "Der Stahlmarkt wird mit niedrigen Lagerbeständen in das neue Jahr starten", sagte Kerkhoff. Die Aufträge seien seit dem zweiten Quartal rückläufig. "Eine Wiederbelebung nach der Sommerpause hat bislang nicht stattgefunden." Die Auslastung der Betriebe in Deutschland liege aber mit derzeit rund 85 Prozent noch höher als der weltweite Schnitt von unter 80 Prozent.

BRANCHE LEIDET UNTER SCHWACHER NACHFRAGE IN SÜDEUROPA

Kerkhoff bekräftigte die Prognose für 2012, wonach die Rohstahlproduktion um vier Prozent auf 42,5 Millionen Tonnen schrumpfen wird. Die Stahlindustrie in Deutschland, die rund 50 Prozent ihrer Produkte exportiert, bekommt unter anderem die schwächere Nachfrage von Kunden aus der Automobilindustrie in den schuldengeplagten Staaten Südeuropas zu spüren. In Ländern wie Spanien sei die Nachfrage regelrecht eingebrochen, hatte der Chef des Stahlhändlers Klöckner & Co, Gisbert Rühl, berichtet. KlöCo legt am Mittwoch seine Zahlen zum dritten Quartal vor. Branchenexperten rechnen mit weiteren Verlusten.

Der deutsche Branchenprimus ThyssenKrupp hatte wegen der schwachen Nachfrage zum August rund 2000 Beschäftigte seiner europäischen Stahlsparte in Kurzarbeit geschickt. Kerkhoff geht jedoch nicht davon aus, dass es in der Branche viele Nachahmer geben wird. "Ich habe keine Indikationen, dass es irgendwelche Ausweitungen geben wird."

 
Formed steel bars are pictured inside the steel mill of German steel maker Lech-Stahlwerke GmbH in Meitingen near Augsburg October 9, 2012. REUTERS/Michaela Rehle