Generalstreik lähmt Griechenland - Protest gegen Sparpaket

Dienstag, 6. November 2012, 10:09 Uhr
 

Athen (Reuters) - Aus Protest gegen den Sparkurs der griechischen Regierung haben die Gewerkschaften mit einem Generalstreik das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen gebracht.

In der Hauptstadt Athen fuhren am Dienstag weder U-Bahnen noch Züge, Straßenbahnen blieben in den Depots. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen. Auch die Taxifahrer beteiligten sich an dem für zwei Tage angesetzten Ausstand. Schulen, Behörden und Banken blieben ebenfalls geschlossen. Krankenhäuser nahmen nur noch Notfälle an. Für den Mittag waren zahlreiche Großkundgebungen geplant, auf denen die Gewerkschaften Stimmung gegen die Sparpolitik der Regierung von Ministerpräsident Antonis Samaras machen wollten. Bereits am Montag hatte ein Streik den öffentlichen Nahverkehr in Athen beeinträchtigt.

Die griechische Regierung hatte am Montag ein neues Sparpaket ins Abgeordnetenhaus eingebracht. Die Pläne sehen weitere Kürzungen bei der Rente und beim Urlaubsgeld sowie Reformen am Arbeitsmarkt vor. Bei der entscheidenden Abstimmung am Mittwoch wird eine knappe Mehrheit für die Einsparungen und Steuererhöhungen im Volumen von 13,5 Milliarden Euro erwartet. Die internationalen Geldgeber haben das Paket zur Voraussetzung für die Freigabe der nächsten Hilfstranche von 31,5 Milliarden Euro gemacht, ohne die dem Mittelmeer-Land der Staatsbankrott droht.

 
A man stands in front of a closed tram station in Athens November 6, 2012. Thousands of Greek workers began a 48-hour strike on Tuesday to protest a new round of austerity cuts that unions say will devastate the poor and drive a failing economy to collapse. REUTERS/Costas Baltas (GREECE - Tags: BUSINESS EMPLOYMENT)