LBBW spürt Konjunkturabschwung - Schrumpfkur im Plan

Mittwoch, 7. November 2012, 17:45 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Deutschlands größte Landesbank LBBW spürt den Konjunkturabschwung.

Weil das Stuttgarter Institut mehr Geld für faule Kredite zurücklegen musste, schrumpfte das Vorsteuerergebnis in den ersten neun Monaten um ein Viertel auf 307 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) noch Risikovorsorge auflösen können. Doch seit einiger Zeit ziehen selbst auf dem stabilen Heimatmarkt dunkle Wolken am Konjunkturhimmel auf, was zunehmend auch andere Landesbanken umtreibt. LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter hat sich für 2012 dennoch vorgenommen, den Nettogewinn zu steigern, wie er am Mittwoch bekräftigte. Dabei hilft nicht nur eine niedrigere Steuerquote. Auch die Restrukturierung der Bank, die mit dem Abbau von insgesamt 2500 Stellen einhergeht, soll bis Jahresende weitgehend abgeschlossen sein.

Der Überschuss im vergangenen Jahr fiel mit 87 Millionen Euro allerdings auch ausgesprochen niedrig aus. Damals hatte sich die LBBW trotz enormer Belastungen durch die Euro-Schuldenkrise gerade wieder mühsam in die Gewinnzone gekämpft. Nun standen per Ende September unter dem Strich bereits 281 Millionen Euro zu Buche - ein Plus von 15 Prozent. Wenn auch im Schlussquartal alles nach Plan läuft, können die Hybridkapitalgeber hoffen, einen Teil der in den Vorjahren ausgefallenen Zinsen auf ihre Stillen Einlagen und Genussrechte nachgezahlt zu bekommen, wie die Bank mitteilte.

Vetter sprach von einer "soliden Entwicklung" dank der Rückbesinnung auf das Kerngeschäft. Die LBBW hatte sich einst im Kreditersatzgeschäft verhoben. Nun baut sie Risiken ab, verkauft Beteiligungen - wie zuletzt an der SV SparkassenVersicherung und dem Bauspar- und Versicherungskonzern Wüstenrot & Württembergische - und verdient ihr Geld vor allem mit Privat- und Firmenkunden in der Region. Die halten sich zwar weiter mit Anlagen in Wertpapieren zurück. Doch für Schwankungen an den Kapitalmärkten ist die LBBW inzwischen deutlich weniger anfällig als früher. Von den geplanten 2500 Stellen, die der Sanierung der Bank zum Opfer fallen, sind inzwischen mehr als 2300 gestrichen - nach Konzernangaben zumeist über Vorruhestandsregelungen und natürliche Fluktuation.

Auf der Stelle tritt die LBBW dagegen weiter bei der Umwandlung der 3,2 Milliarden Euro schweren Stillen Einlagen ihrer drei Eigner in hartes Kernkapital. Die Kernkapitalquote verbesserte sich zwar per Ende September deutlich auf 14,9 Prozent nach 12,9 Prozent Ende 2011. Doch die Bank muss sich für die strengeren Anforderungen der Regulierer rüsten, die die Einlagen künftig nicht mehr als vollwertige Kapitalbestandteile anerkennen. Die regionalen Sparkassen haben der nötigen Umwandlung bereits zugestimmt, aber die Entscheidungen des Landes und der Stadt Stuttgart stehen noch immer aus. Vetter hatte eigentlich schon bis zum Sommer auf einen Abschluss gehofft. Fest steht, dass die Eigner keinen Blanko-Scheck unterschreiben: So sollen zum 1. Januar 2013 zunächst nur 2,2 Milliarden abgerufen werden und der Rest später - falls nötig.

 
The headquarters of Germany's biggest landesbank, LBBW, are pictured in Stuttgart December 7, 2009. (GERMANY - Tags: BUSINESS CRIME LAW)