Automatenhersteller Wincor kappt nach Gewinneinbruch Dividende

Montag, 12. November 2012, 11:15 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Die Schuldenkrise hat den Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf fest im Griff.

Die Investitionszurückhaltung der Wincor-Kunden - Banken und Handel - sowie Restrukturierungskosten in Höhe von 40 Millionen Euro ließen den Gewinn im Bilanzjahr 2011/12 einbrechen, wie Wincor am Montag mitteilte. Bei einem Umsatzplus von einem Prozent auf 2,34 Milliarden Euro sackte der operative Gewinn (Ebita) um 38 Prozent auf 101 Millionen Euro ab. Netto blieben noch 63 Millionen Euro übrig, 42 Prozent wenigere als im Jahr zuvor.

Den Gewinneinbruch bekommen auch die Aktionäre zu spüren: Sie sollen für 2011/12 eine um 65 Cent auf 1,05 Euro reduzierte Dividende erhalten.

Der Vorstand machte für die nahe Zukunft kaum Hoffnung auf Besserung. Er stellte für das seit Oktober laufende Geschäftsjahr 2012/13 ein Umsatzplus von lediglich etwa zwei Prozent in Aussicht. Der operative Gewinn soll 120 Millionen Euro erreichen. Darin enthalten sind nochmalige Restrukturierungskosten von 20 Millionen Euro. Mit einem weiteren Personalabbau will sich der Vorstand gegen die mauen Geschäfte stemmen. Über die genaue Höhe machte er zunächst keine Angaben.

Wincor hatte bereits vor einigen Monaten angekündigt, sich der Euro-Schuldenkrise durch eine verstärkte Expansion in den Schwellenländern entziehen zu wollen. Hierzu soll Produktion nach Asien verlagert und 500 der insgesamt 9260 Stellen - die Hälfte davon in Deutschland - wegfallen.