Düngemittelgeschäft trübt sich ein - K+S vorsichtiger

Dienstag, 13. November 2012, 09:11 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die geringe Nachfrage nach Auftausalz und die Eintrübung des Düngemittelgeschäfts machen K+S zu schaffen.

Nach einem deutlichen Rückgang des Betriebsgewinns im dritten Quartal räumte der Dax-Konzern am Dienstag ein, dass er 2012 nur das untere Ende seiner Umsatzprognose von 3,9 bis 4,2 Milliarden Euro erreichen wird. Auch der Betriebsgewinn (Ebit I) werde nur bei rund 820 Millionen Euro liegen statt wie bisher anvisiert zwischen 820 bis 900 Millionen Euro.

Im dritten Quartal ging der Betriebsgewinn (Ebit I) um 14 Prozent auf 156,7 Millionen Euro zurück und blieb damit hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Wegen des milden Winters im vergangenen und diesem Jahr sind die Salz-Lager vieler Straßenmeistereien noch gut gefüllt und die Kommunen halten sich mit Bestellungen zurück. Zudem steigen die Kosten im Düngemittelgeschäft, wo K+S für Energie und die Erschließung einer neuen Mine in Kanada viel Geld in die Hand nehmen muss.

Zudem bekommt K+S zu spüren, dass sich die großen Düngemittel-Hersteller aus Nordamerika und Russland mit den großen Abnehmerländern Indien und China noch nicht auf Lieferverträge geeinigt haben, die Signalwirkung für die gesamte Branche haben. In der Folge sei der Preis für Kali-Düngemittel Ende des dritten Quartals auch in den Absatzmärkten von K+S unter Druck geraten, erklärte der Konzern. Der Konkurrent Potash, der im Gegensatz zu K+S große Mengen nach China und Indien liefert, hat wegen der sich hinziehenden Verhandlungen mit den asiatischen Ländern zuletzt bereits zwei Mal seine Gewinnprognose gesenkt.

K+S-Chef Norbert Steiner rechnet im Düngemittelgeschäft auch 2013 nicht mit großen Sprüngen. Er geht von etwas niedrigeren Durchschnittspreisen aus und stellt sich in der wichtigsten Konzern-Sparte deshalb auf rückläufige Umsätze und Gewinne ein. Auf Konzernebene ist Steiner etwas optimistischer, zumal er auf Zuwächse im Salz-Geschäft hofft. "Unter der Annahme eines wieder normalisierten Wintergeschäftes eröffnen sich 2013 Chancen für eine leichte Steigerung des operativen Ergebnisses." Analysten haben für 2013 bisher allerdings einen deutlichen Anstieg des Betriebsgewinns erwartet - laut Reuters-Schätzungen ein Plus von rund 20 Prozent auf 978 Millionen Euro. Zur Eröffnung rutschten die K+S-Aktien um 4,2 Prozent ab und war damit einer der größten Verlierer im Dax.

Der Umsatz von K+S kletterte im dritten Quartal um sieben Prozent auf 916,6 Millionen Euro. Der bereinigte Konzerngewinn stieg um 35 Prozent auf 164,9 Millionen Euro - vor allem dank des im Juli abgeschlossenen Verkaufs des Stickstoff-Geschäfts an den russischen Konzern EuroChem. Die Niedrigzinsphase führt bei K+S dagegen zu einem außerplanmäßigen Zinsaufwand. Der Konzern muss mehr Geld zurücklegen, um in Zukunft die Folgen des Bergbaus zu beheben. Im Gesamtjahr geht K+S von einem Gewinn-Anstieg auf rund 630 (Vorjahr: 581,8) aus, womit die Aktionäre weiter auf eine höhere Dividende hoffen dürfen. Bisher hatte K+S jedoch 630 bis 690 Millionen Euro in Aussicht gestellt.