Börsenprofis blicken mit mehr Skepsis auf deutsche Konjunktur

Dienstag, 13. November 2012, 11:18 Uhr
 

Berlin/Mannheim (Reuters) - Börsenprofis blicken wieder mit mehr Sorge auf die deutsche Wirtschaft.

Das ZEW-Barometer für die Entwicklung der Konjunktur in den kommenden sechs Monaten fiel im November überraschend um 4,2 auf minus 15,7 Punkte. Das ist der erste Rückgang nach zuvor zwei Anstiegen in Folge, teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 263 Anlegern und Analysten mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt eine Verbesserung auf minus 9,8 Punkte erwartet.

"Die im Euro-Raum vorherrschenden rezessiven Entwicklungen strahlen über den Außenhandels- und Vertrauenskanal auf die deutsche Volkswirtschaft aus", sagte ZEW-Chef Wolfgang Franz. "Dies dürfte die Konjunktur in Deutschland in den nächsten sechs Monaten belasten." Auch die Lage bewerteten die Experten schlechter als im Vormonat: Dieses Barometer fiel um 4,6 auf 5,4 Punkte. Ökonomen hatten plus 8,0 Zähler vorausgesagt. Zuletzt hat sich das Konjunkturbild deutlich eingetrübt: Industrieaufträge, Produktion und Exporten waren überraschend deutlich gefallen.

Für die am Donnerstag anstehenden Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt für das abgelaufene dritte Quartal erwarten von Reuters befragte Ökonomen nur noch ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent. Im vierten Quartal könnte die Wirtschaftsleistung sogar erstmals seit Ende 2011 schrumpfen. Nach Einschätzung der von ZEW-Chef Franz geleiteten Wirtschaftsweisen ist damit aber die konjunkturelle Talsohle erreicht.

 
A bull figure is pictured in front of the German share price index DAX board at the German stock exchange in Frankfurt November 7, 2012. REUTERS/Lisi Niesner (GERMANY - Tags: BUSINESS)