Außenhandel beschleunigt Rekordjagd im kommenden Jahr

Dienstag, 13. November 2012, 13:32 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Trotz Euro-Krise bleibt der deutsche Außenhandel auf Rekordjagd.

Der Branchenverband BGA erwartet für das nächste Jahr neue Höchststände bei Exporten wie Importen. Den "Treibstoff" dafür erhofft sich BGA-Präsident Anton Börner von massiven Impulsen aus den USA nach dem Ende des Präsidentenwahlkampfes und aus China, dessen neue Führung er als stärker markt- und wachstumsorientiert einschätzt. Einen Strich durch die Rechnung könnte den Außenhändlern aber die Krise im Euro-Raum machen. Ein Auseinanderbrechen der Währungsgemeinschaft wäre eine Katastrophe mit immensen ökonomischen und politischen Folgen, warnte Börner.

"Es geht uns heute so gut wie nie zuvor", sagte der BGA-Präsident und wandte sich damit gegen die vielfach herrschende Konjunkturskepsis. Für das kommende Jahr rechnet er damit, dass sich das deutsche Ausfuhrwachstum auf fünf Prozent von geschätzten vier Prozent 2012 beschleunigt. Auch die Einfuhren sollten im nächsten Jahr mit 5,5 Prozent deutlich stärker zunehmen als in dem laufenden Jahr mit drei Prozent. Schon 2012 wird das Volumen des deutschen Außenhandels die Marke von Zwei-Billionen-Euro überschreiten.

"KEIN RAUM FÜR SCHWARZMALEREI"

"Insbesondere vom Ende des zehrenden Wahlkampfes in den USA erhoffen wir uns nicht nur neue Wachstumsimpulse für die US-Wirtschaft und eine konsequente Sanierung der Staatsfinanzen, sondern auch neue Anstöße für die Handelspolitik", sagte der BGA-Präsident. Er gehe davon aus, dass die US-Regierung die sogenannte "Fiskalklippe" umschiffen können werde. Auch aus China kämen starke Signale für weiteres Wachstum, vor allem vom künftigen Parteichef Xi Jinping. Einbußen muss der deutsche Handel allerdings derzeit im Geschäft mit vielen Euro-Krisenländern hinnehmen wie Griechenland und Italien. Wenig optimistisch äußerte sich Börner zu Italiens Aussichten, während er in Frankreich, wo er ebenfalls hohe Risiken sieht, einen Kurswechsel zum Besseren im nächsten Jahr erwartet.

Im September waren die deutschen Exporte so stark einbebrochen wie seit November 2009 nicht mehr. "Die Einbrüche schmerzen, aber sie haben nicht das Niveau aus der Finanzkrise", sagte Börner. "Für Schwarzmalerei ist trotz des aktuellen Rückgangs im Außenhandel kein Raum."

Massive Sorgen bereitet den deutschen Außenhändlern, dass als Folge der Krisen der Protektionismus weltweit zunimmt. Das gelte gerade für viele osteuropäische Länder, die in den letzten Jahren Wachstumsträger für die deutschen Händler waren, sagte Börner.

 
A van carrier transports a container at the container terminal "Burchardkai" of the Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) in the harbour of Hamburg on late October 17, 2012. REUTERS/Fabian Bimmer (GERMANY - Tags: BUSINESS MARITIME)