Sicherheitsrat berät über Gaza-Gewalt - Keine Beschlüsse

Donnerstag, 15. November 2012, 07:47 Uhr
 

New York (Reuters) - Der UN-Sicherheitsrat hat in einer Dringlichkeitssitzung über die jüngsten israelischen Angriffe im palästinensischen Gazastreifen beraten.

Ein konkreter Beschluss wurde nach Angaben der indischen Präsidentschaft nicht gefasst. Die Palästinenser hatten das Gremium zum Handeln aufgefordert, um die Militäraktionen zu stoppen. Israel wiederum verlangte eine Verurteilung der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen. US-Präsident Barack Obama bekräftigte das Recht Israels auf Selbstverteidigung. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte vor einer Eskalation der Gewalt. Bei einem israelischen Luftangriff war am Mittwoch unter anderem der Militärchef der im Gazastreifen regierenden Hamas getötet worden.

Die Sitzung des Sicherheitsrats am Abend hinter verschlossenen Türen war von Ägypten, Marokko und den Palästinensern beantragt worden. Palästinenservertreter Rijad Mansur sprach von einem rechtswidrigen Vorgehen gegen eine "wehrlose palästinensische Bevölkerung". Es herrsche Angst und Panik unter den Menschen, sagte er einem verbreiteten Redetext zufolge. Israels UN-Botschafter Ron Prosor wiederum rechtfertigte das Vorgehen seines Landes und bezeichnete den beim Angriff getöteten Hamas-Militärchef Ahmed al-Dschaabari als Massenmörder. Sicherheitsrats-Präsident Hardeep Singh Puri sagte nach dem Treffen lediglich, das Gremium sei zu weiteren Beratungen bereit, sollte es notwendig werden.

Ban zeigte sich in einem Telefongespräch mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu besorgt über die Eskalation der Gewalt von beiden Seiten. Im Gespräch mit Ägyptens Präsident Mohammed Mursi betonte er die Notwendigkeit, eine weitere Verschlechterung der Lage zu verhindern. Mit Netanjahu und Mursi telefonierte auch US-Präsident Barack Obama. Dabei forderte er seinem Amt zufolge Netanjahu auf, alle Anstrengungen zu unternehmen, um zivile Opfer zu vermeiden. Mit Netanjahu sei sich Obama einig gewesen, dass die im Gazastreifen regierende Hamas die Raketenangriffe aus dem Palästinensergebiet auf Israel stoppen müsse. Israels Präsident Schimon Peres sagte mit Blick auf die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen: "Es gibt eine Grenze dessen, was Israel aushalten kann".

Als Reaktion auf den seit Tagen anhaltenden Beschuss hatte Israel Dschaabari mit einer Rakete getötet und weitere Angriffe angekündigt. Auch eine Bodenoffensive wurde nicht ausgeschlossen.

 
A Palestinian man looks at the damage after Israeli air strikes in Gaza City November 15, 2012. REUTERS/Suhaib Salem (GAZA - Tags: POLITICS CIVIL UNREST CONFLICT)