BP zahlt 4,5 Mrd Dollar Strafe für Ölkatastrophe 2010

Freitag, 16. November 2012, 08:51 Uhr
 

Houston/Washington (Reuters) - Der Ölkonzern BP räumt nach Ölkatastrophe im Golf von Mexiko Schuld ein und will eine Strafe von 4,5 Milliarden Dollar bezahlen.

Das britische Unternehmen wird sich nach eigenen Angaben vom Donnerstag in mehreren Punkten wegen Verbrechen schuldig bekennen. Schadensersatzforderungen vier betroffener Bundesstaaten sowie privater Kläger sind damit nicht vom Tisch. Analysten zeigten sicher aber überzeugt, durch die Einigung mit den US-Behörden werde der Konzern einen wichtigen Teil der absehbaren Belastungen los. In New York gewann die Aktie 0,7 Prozent.

BP-Finanzchef Brian Gilvary sagte, der Konzern habe genügend Rückstellungen, um die Strafe zu bezahlen. Die BP-Bohrplattform Deepwater Horizon war im April 2010 im Golf von Mexiko explodiert und hatte die schwerste Ölkatastrophe in der Geschichte der USA ausgelöst. Weiterhin offen sind mögliche Haftungsfragen für die beteiligten Unternehmen Transocean und Halliburton.

Bei der Explosion der Plattform kamen elf Arbeiter ums Leben. Fast 90 Tage floss unkontrolliert Öl ins Meer, weil BP das Leck nicht stopfen konnte. Die Ölpest hinterließ enorme Schäden in der Natur sowie für die Fischerei und den Tourismus.

Im Streit um Schadenersatzforderungen hatten die USA zuletzt den Ton gegenüber dem Konzern deutlich verschärft. Das Justizministerium zog mit einem vernichtenden Urteil über Sicherheitskontrollen gegen die Briten ins Feld. BP hatte sich in einem anderen Verfahren bereits mit 125.000 von der Ölpest geschädigten Privatpersonen und Unternehmen auf einen Vergleich verständigt, der eine Schadenersatzzahlung von 7,8 Milliarden Dollar vorsieht.

 
BP logo is seen at a fuel station of British oil company BP in St. Petersburg, October 18, 2012. State oil firm Rosneft tightened its grip on the Russian oil industry on Thursday, lodging a cash and shares bid for British oil company BP's 50 percent stake in the country's third-largest oil producer, TNK-BP. REUTERS/Alexander Demianchuk (RUSSIA - Tags: BUSINESS ENERGY LOGO)