Experten - Ifo-Geschäftsklima sinkt 7. Monat in Folge

Freitag, 16. November 2012, 12:25 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Stimmung der deutschen Unternehmen dürfte sich im November zum siebten Mal nacheinander eingetrübt haben.

Allerdings würden die Geschäftserwartungen des Ifo-Indexes wahrscheinlich eine Besserung ab Frühjahr signalisieren, geht am Freitag aus einer Reuters-Umfrage unter 22 Analysten hervor. Die Experten gehen im Mittel davon aus, dass sich das Ifo-Geschäftsklima um 0,5 auf 99,5 Punkte verschlechtert hat. Während die Firmen ihre Lage wohl erneut pessimistischer beurteilen, dürften sie ihre Aussichten für die nächsten sechs Monate erstmals seit März wieder optimistischer einschätzen. "Dieses Ergebnis würde darauf hinweisen, dass die deutsche Konjunktur in den nächsten Monaten im Tal bleibt, dass aber ab dem kommenden Frühjahr mit einer allmählichen Verbesserung zu rechnen wäre", sagte Postbank-Analyst Heinrich Bayer.

Das Münchner Ifo-Institut veröffentlicht seine Umfrage unter 7000 Managern, die als wichtigstes Barometer für die deutsche Konjunktur gilt, am kommenden Freitag. Die Wirtschaft hierzulande war zwischen Juli und September um 0,2 Prozent gewachsen, konnte aber nicht verhindern, dass die Euro-Zone erstmals seit 2009 wieder in die Rezession zurückfiel. Das Bruttoinlandsprodukt in den 17 Ländern im Währungsgebiet sank um 0,1 Prozent zum Vorquartal, nachdem es bereits im Frühjahr geschrumpft war. Auch für Deutschland erwarten viele Experten zum Jahresende eine Eintrübung, da die Unternehmen wegen der Unsicherheit ihre Investitionen kürzen oder aufschieben. "Insgesamt spricht das Ifo-Geschäftsklima dafür, dass auch die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal 2012 schrumpft", sagte Commerzbanker Christoph Weil.

Deutschland bleibt aber nach Ansicht des Wirtschaftsweisen Wolfgang Franz von einer Rezession verschont. "Die bisherigen Indikatoren sprechen dafür", sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrates, der die Bundesregierung berät, der "Passauer Neuen Presse". Allerdings mahnte er einen strikten Sparkurs zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte an, "damit die Schuldenbremse ab 2016 auch tatsächlich eingehalten werden kann". Für dieses und nächstes Jahr prognostizieren die Wirtschaftsweisen 0,8 Prozent Wachstum.