Juncker setzt sich für Solidarität mit Griechenland ein

Samstag, 17. November 2012, 15:33 Uhr
 

Bielefeld (Reuters) - Kurz vor der Sondersitzung der Euro-Finanzminister zur Finanzierung Griechenlands hat der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, zur Solidarität mit dem südeuropäischen Land aufgerufen.

Drohungen in deutscher, bayerischer oder österreichischer Sprachfärbung, die Griechenland ein baldiges Ausscheiden aus der Gemeinschaftswährung voraussagten, seien falsch, sagte Juncker am Samstag vor Unternehmern in Bielefeld. Wenn ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone und eine Rückkehr zur Drachme prophezeit werde, investiere niemand in dem Land. Es sei vielmehr angezeigt, das "Mundwerk zu zügeln" und Solidarität mir Griechenland zu zeigen.

Juncker erinnerte daran, dass in der Vergangenheit auch Deutschland und zahlreiche andere Länder gegen die Stabilitäts- und Konvergenzkriterien der Euro-Zone verstoßen hätten. "Jeder hat sein Maß an Schuld zu tragen", betonte er.

Griechenland müsse deutlich wettbewerbsfähiger werden, betonte Juncker. Vergangene Regierungen des Landes hätten sich am "griechischen Gemeinwohl versündigt", kritisierte er.

Der Europäischen Zentralbank stellte Juncker ein gutes Zeugnis aus - diese sei Garant für Preisstabilität. Sie habe mit ihrem Handeln in den vergangenen Wochen die Lage in der Euro-Zone beruhigt. Juncker sprach sich zudem für eine Bankenunion in der Euro-Zone aus. Die entsprechende Überwachungsbehörde solle dann aber ihre "Nase nicht in alle Dinge stecken" und sich auf systemrelevante Banken konzentrieren.