Douglas: Weihnachtsgeschäft wird besser als 2011

Sonntag, 18. November 2012, 12:44 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Advent soll dem Handelskonzern Douglas in diesem Jahr vollere Kassen bescheren als 2011. "Wir gehen davon aus, dass dieses Weihnachtsgeschäft noch besser wird als im Vorjahr", sagte Holding-Chef Henning Kreke der "Welt am Sonntag". Zahlreiche Studien deuteten darauf hin, dass vor allem die deutschen Kunden in diesem Jahr mehr verschenken wollten. "Als Unternehmen, das einen Hauch von Luxus anbietet, hoffen wir, von dieser Stimmung zu profitieren", sagte Kreke dem Blatt. Er erwarte in allen Sparten steigende Umsätze, vor allem bei den Parfümerien, beim Juwelier Christ, aber auch beim Buchhändler Thalia. "In unseren Onlineshops von Douglas, Christ und Thalia erwarten wir sogar erneut zweistellige Zuwachsraten."

Im ersten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres 2011/12 mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft waren das operative Ergebnis und der Überschuss geschrumpft. Der Umsatz war leicht gestiegen.

"EIN HAUCH VON LUXUS"

Die Schuldenkrise trübe die Kauflust der Deutschen nicht, sagte Kreke. "Die Kunden können sehr genau unterscheiden zwischen den schlechten Nachrichten etwa aus Griechenland oder Spanien und ihrem eigenen Lebensstandard." Wegen der niedrigen Arbeitslosigkeit in Deutschland rechne er für 2013 nicht mit einem Rückgang des Konsums. "Und zum Glück spüren die Deutschen ja von den Entwicklungen in den Krisenländern nicht viel."

Die Douglas-Gründerfamilie Kreke will gemeinsam mit dem Finanzinvestor Advent mindestens 75 Prozent der Konzernanteile übernehmen. Gut 50 Prozent haben sich die Partner bereits gesichert. Der Finanzinvestor will sich auf die Parfümerien und Schmuckhandlungen konzentrieren und den Umbau der angeschlagenen Buchhandelskette Thalia fortführen. Der vor über 60 Jahren gegründete Handelskonzern mit seinen 24.000 Beschäftigten soll sich mit einer stabilen Eigentümerstruktur strategisch weiterentwickeln und nachhaltig profitabel wachsten. Bislang sei es schwer gewesen, eine langfristige, klare Marschroute festzulegen, sagte Kreke der Zeitung weiter. "Wenn sie dagegen nur noch einen Partner haben und mit diesem weitestgehend auf einer Linie sind, macht das vieles einfacher." Bislang waren vor allem der Drogerieunternehmer Müller, die Industriellenfamilie Oetker und die Schweizer Bank Sarasin neben den Krekes an Douglas beteiligt.

IM EXTREMFALL ENTSCHEIDET ADVENT ALLEIN

Problemkind ist die mit der Konkurrenz aus dem Internet kämpfende Buchhandelskette Thalia, deren Verkauf in Finanzkreisen nicht ausgeschlossen wird. Die Entscheidung, Thalia selbst zu sanieren, sei mit der neuen Eigentümerstruktur einfacher zu erreichen, machte Kreke deutlich. Der Manager fürchtet nicht, dass Advent als größter Aktionär durchregiert. Advent werde keine Konzernteile gegen den Willen der Krekes verkaufen. "Das wird so nicht passieren", sagte Kreke, räumte aber ein, dass die Familie im "Extremfall" keine Möglichkeit habe, einen Verkauf zu verhindern. Die bei den Krekes liegenden Aktien sicherten auch nicht seine Position, gab Kreke zu. "Wie jeder Vorstandsvorsitzende habe auch ich keine Jobgarantie und werde vom Aufsichtsrat an meiner Leistung gemessen."

Aufsichtsratschef ist bislang Henning Krekes Vater Jörn, der nach den Plänen auch in Zukunft einen Platz in dem Gremium sicher hat. Den Vorsitz muss er aber nach den Worten von Advent-Deutschland-Chef Ranjan Sen womöglich im kommenden Jahr für einen Vertreter des Finanzinvestors räumen.

 
Pedestrians pass a branch of perfumery chain Douglas in Frankfurt August 28, 2012. Private equity firm Advent is nearing a deal to buy a majority stake in German books to perfumes retailer Douglas Holding AG, two people familiar with the talks told Reuters, potentially scuppering plans by the group's CEO to take control. REUTERS/Alex Domanski (GERMANY - Tags: BUSINESS)