Bayer will Offerte für Schiff Nutrition nicht erhöhen

Dienstag, 20. November 2012, 15:04 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer lässt sich nicht auf einen Bieterkampf um den US-Vitaminhersteller Schiff Nutrition ein.

Bayer werde sein 1,2 Milliarden-Dollar-Angebot für das Unternehmen aus Salt Lake City nicht erhöhen, teilte der Konzern am Dienstag der US-Börsenaufsicht mit. "Ein Wettstreit um Schiff Nutrition würde zu einem Preis führen, der den von Bayer gesetzten finanziellen Rahmen übersteigen würde", hieß es dort zur Begründung. Der britische Konsumgüter-Riese Reckitt Benckiser hatte in der vorigen Woche ein Gegenangebot für Schiff Nutrition präsentiert, das rund 200 Millionen Dollar über der Bayer-Offerte liegt. Damit durchkreuzte der für Marken wie Calgon, Kukident oder Durex bekannte Hersteller die Pläne von Deutschlands größtem Pharmakonzern, auf dem lukrativen US-Markt für Vitaminpillen und rezeptfreien Medikamenten zu wachsen.

Die Anleger bleiben gelassen: Die Bayer-Aktie lag 0,6 Prozent im Plus bei 66,82 Euro.

Bayer bot 34 Dollar je Aktie von Schiff Nutrition und damit einen Aufschlag von 48 Prozent. Schon diesen Preis hatten Analysten als "nicht billig für ein Geschäft mit Verbraucherprodukten" bezeichnet. Konzernchef Marijn Dekkers wollte mit dem Zukauf die Position von Bayer gegenüber großen Konkurrenten wie Johnson & Johnson und GlaxoSmithKline stärken. Rund 40 Prozent des weltweiten Geschäfts mit rezeptfreien Mitteln entfällt auf die USA - insgesamt ist der Weltmarkt aktuell etwa 90 Milliarden Dollar (70 Milliarden Euro) groß. Bayer setzte im vergangenen Jahr in seiner Sparte Consumer Care, zu der unter anderem "Aspirin", "Alka Seltzer" und das Magenmittel "Rennie" gehören, 3,53 Milliarden Euro um. Schiff kommt mit rund 400 Beschäftigten auf einen Jahresumsatz von rund 200 Millionen Euro.

"Nach einer Reihe erfolgreicher Zukäufe wird Bayer seine Strategie fortsetzen, organisches Wachstum mit kleineren Akquisitionen zu ergänzen", hieß es in den Unterlagen. Im September hatte Bayer angekündigt, die amerikanische Tiergesundheitssparte des weltgrößten Generikaherstellers Teva für bis zu 145 Millionen Dollar zu übernehmen.