Siemens verschiebt erneut Lieferung von ICE-Zügen

Donnerstag, 22. November 2012, 12:05 Uhr
 

München (Reuters) - Nach rund einem Jahr Geduldsprobe muss die Deutsche Bahn noch länger auf die bei Siemens bestellten neuen ICE-Züge warten.

Die Übergabe verzögere sich über Anfang Dezember hinaus, teilte der Münchner Konzern am Mittwoch mit. Ursache für die erneute Verspätung seien Softwareprobleme, die in den vergangenen Wochen bei Testfahrten aufgetreten seien. Die Bahn zeigte sich "sehr enttäuscht und verärgert". Durch die Lieferverzögerungen der Münchener könne den Kunden in diesem Winter wieder keine ausreichende Reserve an Fahrzeugen geboten werden, sagte ein Konzernsprecher. Am Donnerstag werde sich die Bahn detaillierter äußern.

Wann die Hochgeschwindigkeitszüge für den Inlandsverkehr nun geliefert werden können, blieb offen. Ein Siemens-Sprecher wollte sich zu der Frage ebenso wie zu möglichen Folgen der erneuten Verzögerung nicht äußern. Ursprünglich sollte die Deutsche Bahn Ende 2011 von Siemens 16 ICE im Wert von 500 Millionen Euro erhalten. Die Auslieferung verzögerte sich allerdings wegen technischer Probleme. Im September versicherte Siemens, zum Winterfahrplan stünden der Bahn acht voll einsatzfähige Züge zur Verfügung. Zuletzt hieß es in Medienberichten, bis zum Fahrplanwechsel im Dezember würden nur drei Züge geliefert.

Siemens teilte weiter mit, alle Beteiligten arbeiteten mit Nachdruck daran, die Probleme mit der Zugsteuerung zu beheben. Die noch ausstehenden Tests und Abnahmen fänden "in enger Abstimmung" mit der Deutschen Bahn statt. Anschließend würden die Züge nach und nach ausgeliefert. Unabhängig davon habe Siemens drei ICE-Züge für Schulungszwecke und zur Vorbereitung des Einsatzes zur Verfügung gestellt.

 
Chief Executive Officer of the German railway firm Deutsche Bahn Ruediger Grube, poses next to a full-scale model of the future ICx train during the opening day of the "Innotrans" fair (International Trade Fair for Transport Technology - Innovative Components, Vehicles, Systems) in Berlin, September 18, 2012. REUTERS/Tobias Schwarz