Euro-Wirtschaft schrumpft weiter in hohem Tempo

Donnerstag, 22. November 2012, 10:44 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Wirtschaft der Euro-Zone ist auch im November kräftig geschrumpft. Der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Privatwirtschaft kletterte zwar um 0,1 auf 45,8 Punkte, wie das Markit-Institut am Donnerstag zu seiner Umfrage unter rund 4000 Firmen mitteilte.

Allerdings blieb das Barometer klar unter der Schwelle von 50 Punkten, ab der Wachstum angezeigt wird. "Die Eurozone-Privatwirtschaft ist erneut in alarmierendem Tempo geschrumpft und steckt in der schlimmsten Krise seit Mitte 2009", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

In Deutschland und Frankreich verlangsamte sich die Talfahrt zwar jeweils leicht. "In den übrigen Ländern beschleunigte sich der Abwärtstrend wieder", schrieb Markit.

UNTERNEHMEN STREICHEN JOBS

Das Bruttoinlandprodukt in der Währungsunion war im dritten Quartal mit 0,1 Prozent bereits zum zweiten Mal in Folge geschrumpft, womit sich die Euro-Zone in der Rezession befindet. Nach Markit-Berechnungen könnte es im vierten Quartal sogar ein Minus von bis zu 0,5 Prozent geben.

Verschlechtert hat sich die Lage der Dienstleister. Deren Einkaufsmanagerindex fiel um 0,3 auf 45,7 Punkte. Das ist der schlechteste Wert seit fast dreieinhalb Jahren. Das Industrie-Barometer kletterte dagegen um 0,8 auf 46,2 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit acht Monaten.

Die Auftragspolster nahmen in beiden Sektoren erneut stark ab, und zwar so kräftig wie seit Juli 2009 nicht mehr. Auch die Neuaufträge fielen insgesamt so schlecht aus wie seit rund dreieinhalb Jahren nicht mehr. "Angesichts der Nachfrageflaute und der unsicheren Konjunkturaussichten nahm die Beschäftigung im Zuge von Kostensenkungsmaßnahmen im November zum elften Mal hintereinander und mit der zweithöchsten Rate seit Januar 2010 ab", hieß es.