Exporteure und Verbraucher lassen deutsche Wirtschaft wachsen

Freitag, 23. November 2012, 08:10 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Steigende Exporte und konsumfreudige Verbraucher haben die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal auf Wachstumskurs gehalten.

Das Bruttoinlandsprodukt kletterte von Juli bis September um 0,2 Prozent im Vergleich zum zweiten Vierteljahr, bestätigte das Statistische Bundesamt am Freitag seine erste Schätzung. "Die deutsche Wirtschaft trotzt der europäischen Rezession, wenn auch mit nachlassendem Wachstumstempo", schrieben die Statistiker. Im zweiten Quartal gab es noch ein Plus von 0,3 Prozent, zu Jahresbeginn sogar von 0,5 Prozent.

Für Impulse sorgte der Außenhandel: Die Exporte von Waren und Dienstleistungen stiegen mit 1,4 Prozent stärker als die Importe mit 1,0 Prozent und schoben damit die Konjunktur an. Während die privaten Verbraucher ihre Konsumausgaben um 0,3 Prozent steigerten, hielten sich die Unternehmen wegen der unsicheren Geschäftsaussichten merklich zurück. Sie investierten 2,0 Prozent weniger in Maschinen, Anlagen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen. Dies war bereits der vierte Rückgang in Folge. Die Bauinvestitionen legten dagegen um 1,5 Prozent zu, beflügelt von niedrigen Zinsen.

KONJUNKTURDELLE ERWARTET

Verglichen mit anderen Euro-Ländern steht Deutschland damit gut da. Die gesamte Euro-Zone schrumpfte um 0,1 Prozent und steckt damit in einer Rezession fest. Aber auch für die deutsche Wirtschaft sind die kurzfristigen Aussichten schlecht. "Im Winterhalbjahr dürfte es zu einer temporären 'Konjunkturdelle' kommen", befürchtet des Bundesfinanzministerium. Exporte, Industrieaufträge und Produktion waren zuletzt überraschend deutlich geschrumpft. Der Sachverständigenrat rechnet sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. 2011 gab es noch ein Plus von 3,0 Prozent.

 
A container ship is loaded at a terminal in the harbour of Hamburg, late September 9, 2012. Germany's relative resilience to the euro zone crisis has been steadily fraying as its firms see falling demand for their products from key European partners and signs of a slowdown in other markets. The Munich-based Ifo institute said on Monday its business climate index, based on a monthly survey of some 7,000 firms, fell to 101.4 in September from 102.3 in August, defying expectations for a slight rise.Picture taken September 9. REUTERS/Fabian Bimmer (GERMANY - Tags: BUSINESS MARITIME)