Steinbrück- Hellas-Kredite könnten Steuerzahler viel Geld kosten

Samstag, 24. November 2012, 12:50 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Nach FDP-Chef Rainer Brüderle schließt auch SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hohe Kosten für den deutschen Steuerzahler im Zuge der Milliarden-Hilfen für Griechenland nicht aus.

"Man muss den Bürgern sagen, dass es zum Ausfall der Griechenland-Kredite kommen kann", sagte Steinbrück der "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht. "Wir Deutsche müssen Opfer bringen für den Zusammenhalt Europas. Wir sind längst in einer Haftungsunion." Griechenland werde in den nächsten acht Jahren nicht an die Kapitalmärkte zurückkehren und brauche daher Brücken. "Für diese Brücken müssen wir sorgen, und das kostet Geld."

Bisher habe Deutschland für Griechenland "keinen Cent bezahlt", sondern nur Garantien übernommen, saget Steinbrück. Es sei aber gut möglich, dass Garantien fällig werden. "Wir waren bereit, viel Geld für die deutsche Wiedervereinigung aufzubringen, die alle unsere Nachbarn trotz schlechter Erfahrungen mit uns begrüßt haben", sagte er. "Jetzt sollten wir uns die Frage stellen, was uns Europa wert ist."

Am Mittwoch bereits hatte Brüderle gesagt, bei den Hilfen an Griechenland gehöre zur Redlichkeit dazu, "zu sagen, das wird nicht mit Null abgehen". Zu einer "Stunde X" würden die Rettungsmaßnahmen auch Geld kosten. Wie viel dies sein werde, könne aber niemand seriös sagen. So sei unklar, wie schnell und wie nachhaltig die griechische Wirtschaft anspringe.

Griechenland wird aktuell mit einem zweiten Bürgschaftspaket von 130 Milliarden Euro gestützt, das möglicherweise noch aufgestockt wird.

 
Municipal workers take part in a protest against austerity measures outside the Administrative Reform ministry in Athens November 23, 2012. REUTERS/Yorgos Karahalis