Praktiker-Kapitalerhöhung beginnt am Freitag

Dienstag, 27. November 2012, 14:37 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Hamburger Baumarktkonzern Praktiker legt mit seiner rettenden Kapitalerhöhung am Freitag los.

Anleger können dann zwei Wochen lang bis zu 57,1 Millionen neue Aktien zeichnen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Praktiker rechnet mit einem Erlös von rund 60 Millionen Euro. Die Summe ist ein wichtiger Baustein der Sanierung des mit seiner Billigstrategie gescheiterten Unternehmens. Die Aktien dürften in der Nähe von 1,08 Euro ausgegeben werden. Zu diesem Preis würde der österreichische Investor Donau Invest bis zu 35 Millionen Papiere zeichnen, wenn sich sonst nicht genügend Interessenten dafür finden. Damit könnte Donau-Invest-Eigentümer Alain de Krassny auf bis zu 30 Prozent an Praktiker kommen.

Das Oberlandesgericht Saarbrücken (OLG) hatte am Montag die Hauptversammlungs-Beschlüsse über die Kapitalerhöhung freigegeben, nachdem alle 21 klagenden Aktionäre ihre Zustimmung dazu erteilt hatten. Sie hatten dem Unternehmen vorgeworfen, sie auf der Hauptversammlung Anfang Juli mit einem "alternativlosen" Sanierungskonzept unter Druck gesetzt und nicht ausreichend über die Lage informiert zu haben. "Wir haben somit die letzte Hürde genommen, um diesen Prozess erfolgreich weiterführen zu können", sagte der neue Praktiker-Chef Armin Burger.

Die Zeit drängt: Denn das Geld aus der Kapitalerhöhung muss bis zum Jahresende auf dem Konto sein. Praktiker will damit den grundlegenden Umbau des verlustreichen Konzerns finanzieren. Kern des Konzepts ist die Umwandlung eines Großteils der im Billig-Segment tätigen "Praktiker"- in "Max Bahr"-Baumärkte. Die zweite Marke des Konzerns ist im höheren Preissegment angesiedelt und setzt auf Service.

Rechnerisch ergibt sich aus der Zahl der neuen Aktien und dem erhofften Erlös ein Ausgabepreis von 1,05 Euro. Festgelegt wird er aber erst am Donnerstagabend. Am Dienstag notierten die Praktiker-Aktien bei 1,29 Euro.

Reicht die Zusage von Donau Invest nicht aus, dass Praktiker die 60 Millionen Euro einnimmt, sollen die restlichen Papiere am Markt verkauft werden. Bleiben auch dann noch Aktien übrig, muss die Hamburger Privatbank Berenberg zugreifen, die auch die Kapitalerhöhung organisiert. Donau-Invest-Eigner de Krassny ist der Ehemann der Fondsmanagerin Isabella de Krassny, die auch den zyprischen Praktiker-Großaktionär Maseltov vertritt.

 
The logo of a Praktiker building supplies store is pictured in Hamburg, July 3, 2012. REUTERS/Fabian Bimmer (GERMANY - Tags: BUSINESS LOGO)