Haniel macht mit Celesio-Aktien Kasse

Mittwoch, 28. November 2012, 12:42 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Der neue Haniel-Chef Stephan Gemkow hat mit seinen Plänen zum Schuldenabbau Ernst gemacht und durch den Verkauf von Celesio-Aktien rund 100 Millionen Euro eingenommen.

Nun will Gemkow auch den Verkauf von Metro-Aktien angehen. Der Duisburger Mischkonzern will seine Verschuldung so deutlich unter zwei Milliarden Euro senken, um damit wieder unternehmerischen Spielraum zu gewinnen.

Beim bereits am Dienstag angekündigten Abbau seiner Celesio-Beteiligung konnte Haniel mehr Geld einnehmen als ursprünglich angenommen. Die angebotenen 7,9 Millionen Celesio-Papiere seien zu einem Preis von 12,60 Euro verkauft worden, teilte der Celesio-Mehrheitsaktionär am Mittwoch mit. Die Deutsche Bank, die die Aktien im Auftrag Haniels veräußerte, war zunächst nur von einem Preis zwischen 12,20 und 12,50 Euro ausgegangen. Die Nachfrage nach den Celesio-Titeln habe das Angebot nun aber um das Fünffache übertroffen. Haniel hält nunmehr 50,01 Prozent an dem Stuttgarter Pharmahändler.

Die Platzierung ist Teil von Gemkows Maßnahmenbündel zum Abbau der Verschuldung des Mischkonzerns. Nun will sich Gemkow innerhalb der nächsten 18 Monate von einem Anteil von rund 4,24 Prozent am Handelsriesen Metro trennen. Die Beteiligung an den Düsseldorfern soll damit auf 30,01 Prozent sinken. "Haniel ist verschuldet und braucht Geld, insofern war klar, dass der Konzern über kurz oder lang die Reißleine ziehen (..) würde", sagte ein Händler. An der Börse verbilligten sich die Aktien von Metro und Celesio jeweils um rund zwei Prozent.

Haniel wolle aber weiterhin größter Einzelaktionär der Metro bleiben, bekräftigte Gemkow. Mit einem Verkauf von mehr als vier Prozent der Metro-Aktien ist aber rechnerisch auch die Mehrheit der Familien Haniel und Schmidt-Ruthenbeck an dem Handelskonzern mit Töchtern wie Real, Kaufhof oder Media-Saturn verloren. Die beiden verbundenen Großaktionäre halten derzeit 50,01 Prozent an der Metro. Selbst mit einem verringerten Anteil dürften sie aber weiter das Sagen bei den Hauptversammlungen der Metro haben.

Bei Metro hatte Haniel zuletzt zahlreiche Rückschläge verkraften müssen - der Konzern stieg aus dem Dax ab und musste seine Gewinnprognose für 2012 revidieren. Grund für den Abstieg aus der ersten Börsen-Liga war unter anderem der geringe Streubesitz bei Metro-Aktien - dies könnte sich nun durch die Verkaufspläne von Haniel wieder ändern. Metro ist indes bereits in den MDax abgestiegen.

Haniel hatte unter dem damaligen Chef Eckhard Cordes seinen Metro-Anteil deutlich ausgebaut und damals rund 60 Euro je Metro-Aktie hingeblättert. Am Dienstagabend notierten die Papiere bei 22,14 Euro.

Haniel hatte vor 39 Jahren die Mehrheit an dem Pharmahändler Celesio übernommen, der damals noch Gehe hieß. "Wir begrüßen, dass Haniel ein stabiler Ankeraktionär bleibt. Es ändert sich dadurch für Celesio nichts", hatte ein Celesio-Sprecher am Dienstag gesagt. "Wir sind vom nachhaltigen Wertpotenzial sowohl von Metro als auch von Celesio überzeugt", unterstrich Gemkow am Mittwoch. "Daher bleiben sie langfristig Ankerinvestments im Haniel-Portfolio."