Metro gelingt Trennung von Real-Osteuropageschäft

Freitag, 30. November 2012, 13:52 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Der Handelskonzern Metro verkauft das Osteuropa-Geschäft seiner Tochter Real an den französischen Konkurrenten Auchan.

Der Kaufpreis liege bei 1,1 Milliarden Euro, teilten die Düsseldorfer am Freitag weiter mit. Das Real-Geschäft in Deutschland will Metro-Chef Olaf Koch aber erst einmal behalten. Der seit knapp einem Jahr amtierende Konzernchef Koch kann damit erstmals den Verkauf eines größeren Teil des Konzerns verkünden. Koch will Metro auf das Geschäft mit Großmärkten und Europas größter Elektrohandelskette Media-Saturn konzentrieren.

Der Verkauf von Real Osteuropa an Auchan umfasst laut Metro 91 Real-Warenhäuser in Polen, Russland, Rumänien und der Ukraine sowie Immobilien von 14 Standorten. Real habe in den vier Ländern im Jahr 2011 einen Umsatz von mehr als 2,6 Milliarden Euro erwirtschaftet und beschäftige dort rund 20.000 Mitarbeiter. Die Wettbewerbsbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen. Im kommenden Jahr soll sie endgültig besiegelt werden.

Das Deutschland-Geschäft von Real verbleibt dagegen bei der Metro - ebenso wie das in der Türkei. "Real Deutschland ist fester Bestandteil des Portfolios der Metro", betonte Koch. Metro hatte monatelang mit Auchan über einen Verkauf von Real in Osteuropa verhandelt. Auchan wolle seine Präsenz in der Region nun ausbauen, betonte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Groupe Auchan, Vianney Mulliez. Die Real-Märkte dort sollten künftig unter der Marke Auchan firmieren.

Der Verkaufspreis von über einer Milliarde Euro ist keine Überraschung: In Finanzkreisen hatte es geheißen, 200 bis 300 Millionen Euro könnten für die Real-Immobilien in Osteuropa veranschlagt werden, 500 bis 600 Millionen Euro für das operative Geschäft.

Auchan ist eine französische Handelgruppe, bei der die Gründerfamilie Mulliez noch entscheidenden Einfluss ausübt. Auchan beschäftigt knapp 270.000 Menschen.

Der Verkauf ist ein Erfolg für den zuletzt in Bedrängnis geratenen Konzern und seinen Chef Koch - die lange schwächelnden Metro-Aktien legten am Freitag um knapp zwei Prozent auf 21,98 Euro zu. In den vergangenen Monaten hatte der Handelsriese den Abstieg seiner Aktien aus dem Dax verkraften und seine Gewinnerwartungen für 2012 zurücknehmen müssen. Zudem stuften Rating-Agenturen Metro herunter. Auch der Streit um Media-Saturn schwelt weiter: Erst am Mittwoch hatte Miteigner Erich Kellerhals erklärt, er werde sich an einer Expansion der Kette in China nicht beteiligen.

 
Shopping carts of Germany's biggest retailer Metro AG are pictured before the annual balance news conference in Duesseldorf March 20, 2012. REUTERS/Ina Fassbender (GERMANY - Tags: BUSINESS)