Merkel äußert Verständnis für Nein zu neuen Hilfen für Griechen

Samstag, 1. Dezember 2012, 11:48 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Verständnis für die ablehnende Haltung vieler Bürger zu neuen Hilfen für Griechenland geäußert.

Sie spüre und verstehe zum Teil auch die Skepsis in der Bevölkerung, "denn Griechenland hat seine Partner in den vergangenen Jahren oft enttäuscht", sagte Merkel in einem am Samstag vorab veröffentlichten Interview der "Bild am Sonntag". Die Führung in Athen habe viele Versprechen nicht eingehalten. Dennoch seien die Hilfen für das von der Staatspleite bedrohte Land "im deutschen Interesse, denn alle Maßnahmen haben immer die ganze Euro-Zone im Blick und dienen damit jedem Mitgliedsland, auch Deutschland".

Merkel zeigte sich optimistisch, dass Griechenland beschlossene Reformen auch verwirkliche. Sie nehme in der griechischen Regierung nun die Entschlossenheit wahr, das Land umzukrempeln und moderne Strukturen zu schaffen. Merkel betonte die Belastungen für die griechische Bevölkerung und warnte davor, dass Land schlecht zu reden: "Für die große Mehrheit der Griechen ist dieser Umbruch mit großen Opfern verbunden, gerade die Ärmeren machen in Griechenland sehr schwere Zeiten durch."

Zugleich wies die Kanzlerin den Vorwurf ihres SPD-Herausforderers Peer Steinbrück zurück, den Deutschen nicht die Wahrheit über Griechenland zu sagen. "Ich kenne meine Pflicht und sage deshalb den Bürgerinnen und Bürgern immer wieder, wie die Lage ist." Sie werde auch weiterhin alles tun, um die finanziellen Folgen der Schuldenkrise für Deutschland und Europa so gering wie möglich zu halten.

 
German Chancellor Angela Merkel makes her way to vote on financial help for Greece at the lower house of parliament, the Bundestag, in Berlin November 30, 2012. German lawmakers approved by a large majority on Friday a package of measures aimed at cutting Greece's debt load to 124 percent by 2020. The vote was seen as a key test of Chancellor Angela Merkel's authority over her centre-right coalition ahead of federal elections next September. REUTERS/Wolfgang Rattay (GERMANY - Tags: POLITICS BUSINESS)