Diplomaten - Nato-Beschluss für Raketen in Türkei am Dienstag

Dienstag, 4. Dezember 2012, 07:54 Uhr
 

Brüssel (Reuters) - Die Nato-Außenminister werden Diplomaten zufolge heute (Dienstag) die Stationierung von Patriot-Flugabwehrraketen in der Türkei beschließen.

Es werde eine Entscheidung geben, sagte ein Nato-Diplomat. Die Türkei hat um die Entsendung der Patriot-Raketen gebeten, um sich nach eigener Darstellung gegen mögliche Angriffe aus Syrien zu schützen. Die Minister würden sich am Dienstag darauf verständigen, die Luftabwehr der Türkei zu erhöhen, sagten die Diplomaten. Die Entscheidung ob Patriot-Raketen stationiert würden und für wie lange, liege jedoch bei den einzelnen Nationen, sagte einer von ihnen. Nur Deutschland, die Niederlande und die USA verfügen über das modernste Patriot-System. Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat bereits erklärt, dass Deutschland zur Entsendung der Raketen bereit sei. Der Bundestag soll noch in diesem Monat über den damit verbundenen Einsatz deutscher Soldaten entscheiden.

Die Türkei sieht sich durch den Bürgerkrieg im Nachbarland bedroht und befürchtet, dass die Assad-Regierung Chemie-Waffen einsetzt. Das Außenministerium in Damaskus teilte mit, die Regierung würde keine Chemie-Waffen gegen die eigene Bevölkerung einsetzen, wenn sie über welche verfügte. Wegen des syrischen Bürgerkrieges waren auch auf türkischer Seite der rund 900 Kilometer langen Grenze Granaten eingeschlagen, die die Patriots aber nicht abfangen könnten. Auf den erneuten Beschuss aus Syrien reagiert die Türkei am Montag mit der Entsendung von Kampfflugzeugen an die gemeinsame Grenze. Die 28 Nato-Staaten treffen sich am Dienstag und Mittwoch in Brüssel.

 
A Turkish soldier takes up his position near the border with Syria as seen from the Turkish border town of Ceylanpinar, Sanliurfa province, November 24, 2012. REUTERS/Amr Abdallah Dalsh