Insider - Grundzüge des EADS-Aktionärsdeals stehen fest

Mittwoch, 5. Dezember 2012, 12:55 Uhr
 

Paris/Berlin (Reuters) - Nach langem Ringen stehen die Grundzüge eines neuen Aktionärspakts für den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS.

Inzwischen gehe es nur noch um einige abschließende juristische Details, erklärten zwei Personen, die mit dem Thema vertraut sind. Nach deren Klärung werde die Einigung verkündet. In dem auf deutscher Seite federführenden Wirtschaftsministerium hieß es zurückhaltend, die Gespräche dauerten noch an. "Es wird dabei intensiv und mit Hochdruck an einer Lösung für eine neue Beteiligungsstruktur gearbeitet", sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch. Der EADS-Konzern wollte sich zum Stand der Gespräche nicht äußern.

Der neue Aktionärspakt zwischen den drei Regierungen Frankreichs, Deutschlands und Spaniens, die nach den Plänen künftig zusammen auf knapp 30 Prozent an EADS kommen sollen, soll das bisherige Vertragswerk zwischen staatlichen und privaten Großaktionären aus Deutschland und Frankreich ablösen. Damit steht die Airbus-Mutter vor der größten Umwälzung im Eigentümerkreis seit seiner Gründung im Jahre 2000. Das neue Modell umfasst im wesentlichen drei Neuerungen: Der deutsche Staat steigt über seine Förderbank KfW mit zwölf Prozent als Großaktionär ein, Frankreich reduziert seinen stimmberechtigen Aktienanteil um drei Punkte auf ebenfalls zwölf Prozent und der spanische Staat baut seinen Anteil ebenfalls leicht auf vier von 5,5 Prozent ab.

Mit der Neuordnung sinkt der Anteil der Großaktionäre aus Deutschland auf knapp 30 von bislang 50,5 Prozent. Es wird erwartet, dass die beiden Großaktionäre Daimler und Lagardere sich in absehbarer Zeit ganz aus dem Luft- und Raumfahrtkonzern zurückziehen. Dies würde bedeuten, dass der Anteil der freien Aktionäre im Konzern auf gut 70 von derzeit knapp 50 Prozent steigen würde.

Der Aktienkurs der EADS-Papiere stieg bis zum Mittag um rund 2,30 Prozent auf 27,18 Euro.