HSBC verkauft Versicherungsanteil in China für 7 Mrd Euro

Mittwoch, 5. Dezember 2012, 13:14 Uhr
 

Hongkong (Reuters) - Der britische Finanzkonzern HSBC verkauft eine Versicherungsbeteiligung in China für umgerechnet 7,2 Milliarden Euro an den reichsten Mann Thailands.

Der Käufer des knapp 16-prozentigen Anteils an Ping An Insurance ist der Milliardär Dhanin Chearavanont, der bislang vor allem mit Agrarprodukten sein Geld verdiente. Das Geschäft wird HSBC-Angaben vom Mittwoch zufolge zum Teil von der staatlichen China Development Bank (CDB) finanziert und steht unter Vorbehalt der Wettbewerbsbehörden in der Volksrepublik. Experten gehen wegen der Beteiligung der CDB aber davon aus, dass die Regierung in Peking das Geschäft mit Wohlwollen sieht.

Der Verkauf ist Teil der Bemühungen von HSBC, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und höhere Gewinne zu erzielen. Mit dem Verkauf soll die Kernkapitalquote (Tier 1) um einen halben Prozentpunkt steigen. In Hongkong gehandelte HSBC-Aktien legten am Mittwoch um 1,6 Prozent und damit etwas weniger als der Gesamtmarkt zu.

Chearavanont verfügt schon lange über enge Beziehungen zur Volksrepublik. Sein Unternehmen CP Group war 1979 der erste internationale Konzern, der in die chinesische Landwirtschaft investierte. CP hatte damals die Aufgabe, die Branche zu modernisieren. Im Versicherungsgeschäft war das Unternehmen bisher kaum engagiert: Im Mai diesen Jahres stieg es aus einem Gemeinschaftsunternehmen mit der deutschen Allianz in Thailand aus. Ping An wurde 1988 gegründet und ist inzwischen einer der größten Versicherer der Welt. Das Unternehmen hat 74 Millionen Kunden und 175.000 Angestellte.

 
A bank branch of HSBC is seen in St Helier, Jersey November 11, 2012. REUTERS/Stefan Wermuth (JERSEY - Tags: BUSINESS TPX IMAGES OF THE DAY)