EZB-Rat entscheidet über Geldpolitik - Signal für Zinssenkung?

Donnerstag, 6. Dezember 2012, 09:08 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat am Morgen in Frankfurt mit seinen turnusmäßigen Beratungen zur Geldpolitik begonnen.

Beobachter rechnen dieses Mal aber nicht mit einer Zinssenkung, obwohl die Wirtschaft in den 17 Euro-Ländern keineswegs rund läuft und die zuletzt nachlassende Inflation den Währungshütern eigentlich Raum für einen solchen Schritt eröffnen würde. Uneinig sind sich die Fachleute, ob EZB-Präsident Mario Draghi ein Signal geben wird, ob in den kommenden Monaten mit einem weiteren Zinsschritt nach unten zu rechnen ist. Ebenfalls auf der Agenda: die Schuldenkrise mit ihren nach wie vor wichtigsten Schauplätzen Griechenland und Spanien.

Draghi wird die Gründe für den Beschluss des EZB-Rats wie gewohnt um 14.30 Uhr (MEZ) vor der Presse in Frankfurt erläutern - für dieses Jahr zum letzten Mal. Auch für den Luxemburger Notenbankchef Yves Mersch ist es das letzte Mal, dass er als Vertreter seines Landes über den Leitzins für die Euro-Zone entscheidet. Ab dem 15. Dezember ist das dienstälteste Mitglied des EZB-Rats dann nach langem politischen Hickhack offizielles Mitlied des wieder sechs Personen starken Direktoriums der Euro-Notenbank. Als solches wird Mersch dann kurz vor Weihnachten an der regulären zweiten EZB-Ratssitzung des Monats teilnehmen, bei der es allerdings nicht um Geldpolitik im engeren Sinne geht. Die erste Zinssitzung 2013 ist für den 10. Januar terminiert.

 
The Euro currency sign is seen in front of the European Central Bank (ECB) headquarters in Frankfurt November 6, 2012. The European Central Bank is set to leave interest rates unchanged on Thursday, deferring a cut in borrowing costs that would risk undermining the impact of Mario Draghi's signature policy a year into his ECB presidency. A raft of weak economic data support the case for cutting rates but to do so could stir up debate in Germany about the ECB going soft under Draghi and blunt the impact of his new bond-purchase plan, dubbed Outright Monetary Transactions (OMT). REUTERS/Lisi Niesner (GERMANY - Tags: BUSINESS POLITICS)