Deutsche Industrie mit stärkstem Auftragsplus seit Januar 2011

Donnerstag, 6. Dezember 2012, 12:08 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die deutsche Industrie hat ihre Aufträge im Oktober so kräftig gesteigert wie seit fast zwei Jahren nicht mehr.

Sie zogen wegen der starken Auslandsnachfrage um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat an, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt nur ein Plus von 0,9 Prozent erwartet. Das Ergebnis ist nicht durch Großaufträge verzerrt: Sie fielen sogar unterdurchschnittlich aus. Zudem war der Rückgang im September mit 2,4 Prozent schwächer als zunächst mit 3,3 Prozent angegeben.

Trotz des stärksten Zuwachses seit Januar 2011 sieht das Ministerium keinen Anlass für Euphorie. "Das wirtschaftliche Umfeld bleibt schwach", heißt es. "Die Industrieproduktion dürfte sich daher in den nächsten Monaten verhalten entwickeln." Die negative Tendenz werde aber "spürbar" gemildert.

SOGAR AUS DER EURO-ZONE KOMMEN MEHR AUFTRÄGE

Die Unternehmen verdanken dies in erster Linie dem guten Exportgeschäft. Die Bestellungen aus dem Ausland legten um 6,7 Prozent zu. Dabei zog die Nachfrage aus der kriselnden Euro-Zone um 3,5 Prozent an, die aus anderen Ländern sogar um 8,5 Prozent. "Die inländischen Unternehmen halten sich mit ihren Bestellungen aber weiterhin zurück", schrieb das Ministerium. Sie kletterten nur um 0,4 Prozent.

Die Hersteller von Maschinen, Fahrzeugen und anderen Investitionsgütern meldeten mit 4,5 Prozent den größten Zuwachs. Die Bestellungen von Vorleistungsgütern wie Chemikalien erhöhten sich um 3,4 Prozent, die von Konsumgütern um 2,1 Prozent.

 
Workers of Volkswagen stand in front of a Porsche Boxter car in a production line at the Volkswagen plant in Osnabrueck, September 19, 2012. REUTERS/Fabian Bimmer GERMANY (BUSINESS TRANSPORT)