Bundeswehrverband sieht "Patriot"-Einsatz mit großer Sorge

Freitag, 7. Dezember 2012, 07:13 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der Bundeswehrverband sieht den Einsatz von 400 deutschen Soldaten an der syrischen Grenze mit großer Sorge.

Angesichts der Spekulationen über ein internationales Eingreifen bei einem Chemiewaffeneinsatz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad, stelle sich die Frage, "ob da etwas herbeigeredet werden soll", sagte Chef des Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, der "Augsburger Allgemeinen". "Eine Intervention wäre erst dann angemessen, wenn das Assad-Regime massiv Gift wie Sarin einsetzen würde", sagte Kirsch und warnte vor einem Automatismus der Krise. "Die Verhältnismäßigkeit muss gegeben sein", sagte der Oberst und forderte eine offene Debatte über die Risiken des Einsatzes: "Die Bundesregierung muss die offenen Fragen, die der Einsatz mit sich bringt, sehr schnell beantworten."

Auch der Bundestag müsse sich mit allen Aspekten des "Patriot"-Raketenabwehr-Einsatzes beschäftigen. Er sollte sich auch mit der Frage befassen, in welcher Situation die Bundeswehr ihre Einheiten zurückziehen müsse, mahnte Kirsch.

 
A Syrian man jumps over barbed wire as he tries to cross the border from the Syrian town of Ras al-Ain to the Turkish border town of Ceylanpinar, Sanliurfa province, December 6, 2012. REUTERS/Laszlo Balogh (TURKEY - Tags: CIVIL UNREST MILITARY CONFLICT POLITICS TPX IMAGES OF THE DAY)