Firmen drosseln Produktion wie seit Finanzkrise 2009 nicht mehr

Freitag, 7. Dezember 2012, 12:02 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Oktober so stark gedrosselt wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr.

Sie stellten 2,6 Prozent weniger her als im Vormonat, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mit. Das war nicht nur der dritte Rückgang in Folge, sondern zugleich der größte seit April 2009. Damals hatte die weltweite Finanzkrise für Einbrüche gesorgt. Von Reuters befragte Ökonomen hatten für Oktober nur mit einem Minus von 0,5 Prozent gerechnet.

"Das Produzierende Gewerbe ist schwach ins Jahresschlussquartal gestartet", schrieb das Ministerium. Die Produktion in Industrie und Bauhauptgewerbe dürfte "vorerst verhalten bleiben". Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal erstmals seit einem Jahr schrumpfen wird. "Für das Schlussquartal 2012 ist mit einem Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Leistung zu rechnen", befürchtet die Bundesbank.

AUFTRÄGE LASSEN AUF ENDE DER TALFAHRT HOFFEN

In den kommenden Monaten könnte der Abwärtstrend aber gestoppt werden. Die Auslandsaufträge der exportabhängigen Industrie stiegen im Oktober um 6,7 Prozent, wobei die Nachfrage aus der Euro-Zone um 3,5 und die aus dem Rest der Welt sogar um 8,5 Prozent zulegte. Die Bestellungen aus dem Inland erhöhten sich dagegen nur um 0,4 Prozent.

Die Industrie drosselte ihre Produktion im Oktober um 2,4 Prozent. Besonders stark auf die Bremse traten dabei die Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeuge: Hier gab es ein Minus von 4,3 Prozent. Die Erzeugung von Vorleistungsgütern wie Chemikalien ging um 1,1 Prozent zurück, die von Konsumgütern um 0,9 Prozent. Die Bauproduktion schrumpfte um 5,3 Prozent, während die Energieproduktion um 3,2 Prozent fiel.