Wachstum im Maschinenbau Hoffnungsschimmer für 2013

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 13:05 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Maschinenbauer erweisen sich einmal mehr als Hoffnungsträger für die deutsche Wirtschaft.

"Insgesamt ist das Jahr 2012 für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau deutlich besser gelaufen als noch im Frühjahr erwartet", sagte der Präsident des Branchenverbandes VDMA, Thomas Lindner, am Donnerstag in Frankfurt. Nach einer dreijährigen Aufholjagd sei mit einem Wachstum der Produktion um zwei Prozent auf 196 Milliarden Euro wohl das Rekordergebnis von 2008 wieder erreicht worden. Zwar falle die Erholung noch zu zaghaft aus, um die Branche zügig auf Wachstumskurs schicken zu können. Im Jahresverlauf 2013 werde es aber bergauf gehen. Der Verband rechnet weiter mit einem Plus von zwei Prozent.

Die überwiegend mittelständisch geprägte Branche, zu der auch börsennotierte Unternehmen wie ThyssenKrupp, Gildemeister oder Gea gehören, warf erneut den Jobmotor an. Im Jahresverlauf seien mehr als 30.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Ende September beschäftigten die Firmen 981.000 Mitarbeiter - das war der höchste Stand seit 1993. Im kommenden Jahr seien aber keine großen Sprünge absehbar. Insgesamt angezogen haben zuletzt die Geschäfte mit Werkzeugmaschinen, Turbinen und Anlagen für die Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie. Weniger gut seien indes Motoren, Textilmaschinen und die Hütten- und Walzwerktechnik gelaufen.

EXPORTE ZIEHEN AN - CHINA SCHWÄCHELT - US-GESCHÄFT BRUMMT

Noch zu Jahresbeginn waren die Erwartungen zurückhaltend: Die Unternehmen hatten lediglich mit einer Stagnation gerechnet, nachdem sie 2010 und 2011 zweistellige Wachstumsraten verbucht hatte. Erneut war es die hohe Nachfrage aus dem Ausland, die die Wende brachte. Zwar schwächelte das China-Geschäft mit einem Minus von über acht Prozent. Dafür stiegen die Lieferungen in die USA, nach Lateinamerika und Südostasien deutlich an. "Wohl die dickste Überraschung dürfte das über dem Durchschnitt liegende Plus bei der Ausfuhr in die EU-Länder sein", sagte der VDMA-Chef. Zwar seien die Exporte in Länder wie Italien und Spanien um 2,6 beziehungsweise 2,8 Prozent gesunken. "Doch insgesamt erreichten wir im Handel mit unseren EU-Partnerländern ein Plus von 7,5 Prozent."

Mit ihrer Prognose für 2013 liegen die Maschinenbauer über den allgemeinen Erwartungen. Das Münchener Ifo-Institut rechnet für Deutschland mit einem Wachstum von 0,7 Prozent. "Wir bauen darauf, dass der in Europa eingeschlagene Weg fortgesetzt wird und sind voller Zuversicht, dass sich der Nachfragestau in wichtigen Märkten, namentlich China, auflöst", sagte Lindner. Mit einem Anteil von rund zwölf Prozent ist die Volksrepublik der wichtigste Auslandsmarkt vor den USA, Frankreich und Russland. In China erwarten die Hersteller durch die staatlich gelenkte Wirtschaft Wachstumsraten. "Die neue Regierung steht unter Erfolgsdruck, das mindestens so gut hinzubekommen wie die alte", sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse.