Insider: UBS zahlt in Libor-Skandal Milliardenstrafe

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 19:19 Uhr
 

London/Zürich (Reuters) - Der Schweizer Großbank UBS droht wegen der Verwicklung in den Skandal um die Manipulation des Zinssatzes Libor eine Milliarden-Strafe.

Im Rahmen eines Vergleiches mit den amerikanischen und den britischen Aufsichtsbehörden werde UBS insgesamt etwa eine Milliarde Dollar (765 Millionen Euro) zahlen müssen, sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Die Bank lehnte ebenso wie die britische Financial Services Authority eine Stellungnahme ab. Nach Angaben des Insiders könnte der Vergleich am kommenden Montag oder Dienstag unter Dach und Fach sein.

UBS hatte im Streit um die Libor-Manipulationen frühzeitig auf eine Kooperation mit den Behörden gesetzt. Zuletzt hieß es in Medienberichten, die Bank werde eine höhere Strafe als die britische Barclays Bank zahlen müssen. Der Wettbewerber hatte rund 450 Millionen Dollar auf den Tisch gelegt, um die Vorwürfe beizulegen. Barcalys-Aufsichtsratschef Marcus Agius und -Vorstandschef Bob Diamond traten zurück.

Anfang der Woche nahm die Polizei in London drei Männer im Zusammenhang mit dem Libor-Skandal vorübergehend fest. Bei einem der drei handelte es sich nach Angaben eines Insiders um einen Händler, der früher bei Citigroup und UBS gearbeitet hatte. Inzwischen wurden die drei Männer gegen Kaution wieder freigelassen.

Mehr als ein Dutzend Großbanken soll in den Jahren 2005 bis 2009 internationale Referenzzinssätze wie den Libor zu ihren Gunsten manipuliert haben. Der einmal täglich in London ermittelte Libor zeigt an, zu welchen Konditionen sich Banken untereinander Geld leihen. Der Zinssatz beruht auf den - von außen bislang kaum nachprüfbaren - Angaben der Institute. Die Ermittler vermuten, dass die Banken vor allem auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 zu niedrige Angaben gemacht haben, um ihre tatsächlichen Refinanzierungskosten zu verschleiern und Handelsgewinne einzustreichen. Zinsen auf Finanzinstrumente im Volumen vom mehr als 300 Billionen Dollar richten sich in einer oder anderem Form nach Liborsätzen.

 
The UBS logo is seen at the UBS 40th Annual Global Media and Communications Conference in New York, December 5, 2012. REUTERS/Carlo Allegri (UNITED STATES - Tags: BUSINESS)