Trauer und Entsetzen nach Massaker an US-Grundschule

Samstag, 15. Dezember 2012, 13:28 Uhr
 

Newtown (Reuters) - Bei einem der schwersten Massaker in der US-Geschichte sind am Freitag 28 Menschen getötet worden, darunter 20 Kinder im Grundschulalter.

Der schwerbewaffnete Täter eröffnete während des Morgenunterrichts an der Sandy Hook Elementary School im Bundesstaat Connecticut das Feuer auf die Mädchen und Jungen. Dabei tötete er auch sechs Erwachsene, darunter den Direktor und den Schulpsychologen. Nach einem Bericht der "New York Times" erschoss sich der Mann anschließend selbst im Schulgebäude in der Stadt Newtown. An einem zweiten Tatort in der Nähe fand die Polizei zudem die Leiche eines weiteren Erwachsenen. Dabei soll es sich um die Mutter des Täters handeln, die an der Schule unterrichtet haben soll.

US-Präsident Barack Obama zeigte sich tief bestürzt über das Ausmaß der Tragödie und kündigte politische Konsequenzen an. Die meisten der Todesopfer seien Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren gewesen, sagte ein sichtlich bewegter Obama in einer Stellungnahme im Weißen Haus. Es gebe keine Eltern in Amerika, die an diesem Tag nicht dieselbe überwältigende Trauer verspürten wie er selbst. "Unsere Herzen wurden heute gebrochen", fügte Obama hinzu und wischte sich dabei Tränen aus den Augen. Das Land habe in der Vergangenheit zu viele solcher Schießereien erleben müssen. Die USA müssten nun ernsthafte Schritte unternehmen und dürften sich dabei auch nicht von politischen Machtspielen abhalten lassen, fügte Obama hinzu.

Bei dem Täter soll es sich Medienberichten zufolge um den 24-jährigen Vater eines Schulkindes handeln, der mit vier Handfeuerwaffen geschossen haben soll. Berichte über einen zweiten Schützen blieben unbestätigt. Augenzeugen berichteten, dass der Täter maskiert gewesen sei und eine schusssichere Weste getragen habe.

OBAMA FÜR VERBOT SCHWERER SCHUSSWAFFEN

"Es war einfach der Horror", berichtete die Mutter einer Drittklässlerin, die zu der Grundschule geeilt war. Sie berichtete von blutüberströmten Kindern, die aus dem Schulgebäude gekommen seien. "Alle waren hysterisch und in Panik." Eltern nahmen weinende Kinder in die Arme. Der erste Notruf sei um 09.41 Uhr Ortszeit bei der Polizei eingegangen, sagte ein Sprecher. Newtown liegt etwa 100 Kilometer nordöstlich der Metropole New York und hat etwa 27.000 Einwohner.

Das Präsidialamt erklärte, Obama strebe weiter ein Verbot von schweren Schusswaffen an. Die Waffenlobby in den USA ist traditionell sehr stark und hat nach ähnlichen Schießereien in der Vergangenheit stets schärfere Gesetze zu verhindern gewusst.

In den USA kommt es immer wieder zu Schießereien an Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen. So töteten zwei Jugendliche im April 1999 an der Columbine High School in der Stadt Littleton zwölf Mitschüler und einen Lehrer. An der Virginia Tech University kamen 2007 bei einem ähnlichen Vorfall 32 Menschen ums Leben - die bislang schlimmste Schießerei in der Geschichte der USA. Im vergangenen Juli erschoss ein maskierter Schütze in der Nähe von Denver 12 Kinobesucher und verletzte 58 weitere Menschen. In Deutschland wurden auch Erinnerungen an die Schießerei an einem Erfurter Gymnasium im April 2002 wach: Damals tötete ein 19-Jähriger zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin sowie einen Polizisten. Anschließen nahm er sich selbst das Leben.

- von Chris Kaufman

 
People grieve outside the overflow area of a vigil at the Saint Rose of Lima church in Newtown, Connecticut December 14, 2012. A heavily armed gunman opened fire on school children and staff at a Connecticut elementary school on Friday, killing at least 28 people, including 20 children, in the latest in a series of shooting rampages that have tormented the United States this year. REUTERS/Shannon Stapleton (UNITED STATES - Tags: CRIME LAW EDUCATION)