Zeitung: Bonner Tatverdächtiger aus islamistischer Szene

Samstag, 15. Dezember 2012, 16:11 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Spur des versuchten Bombenanschlags am Bonner Hauptbahnhof führt einem Zeitungsbericht zufolge in die radikal-islamistische Szene der Stadt.

Der dunkelhäutige Mann, der die Tasche mit der Bombe abgestellt haben soll, sei identifiziert, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) am Samstag vorab unter Berufung auf die Bundesanwaltschaft. Der Mann stamme aus der Bonner Islamistenszene, die als besonders militant gelte. Er habe auch Verbindung zum Extremistennetzwerk Al-Kaida. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft erklärte, um die Ermittlungen nicht zu gefährden, werde die Behörde sich nicht über ihre Angaben vom Freitag hinaus äußern.

Die Bundesanwaltschaft hatte die Ermittlungen an sich gezogen, da es Anhaltspunkte gebe, dass eine islamistische, terroristische Vereinigung den Sprengstoffanschlag versucht habe. Weiter hatte die Anwaltschaft angedeutet, den dunkelhäutigen Mann, der mit einem Phantombild gesucht wurde, zu kennen. Es gebe Hinweise dafür, dass die verdächtige Person über Verbindungen in radikal-islamistische Kreise verfüge, teilte sie mit.

Da eine Gruppe, die als terroristische Vereinigung bezeichnet wird, in Deutschland mindestens drei Personen umfassen muss, werden zumindest zwei weitere Verdächtige gesucht. Die FAS schreibt von einem hellhäutigen Mann mit Bart, der die Tasche dem Dunkelhäutigen übergeben haben soll. Dieser könne der Gruppe Al-Schabaab angehören, die sich vor allem aus Somaliern rekrutiere.