Liikanen (EZB) - Große Bankenpleite wäre immer noch gefährlich

Montag, 17. Dezember 2012, 08:00 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der Zusammenbruch einer großen Bank wäre nach Ansicht des finnischen Notenbankpräsidenten Erkki Liikanen immer noch eine Gefahr für das globale Finanzsystem.

"Die Welt wäre besser vorbereitet als früher, aber nicht vollständig gewappnet", sagte das EZB-Ratsmitglied im Interview mit der "Welt" (Montagausgabe) laut Vorabbericht. Positiv sei, dass die Banken heutzutage besser kapitalisiert seien, aber das reiche noch nicht. "Wir brauchen dringend einen Rechtsrahmen für die Sanierung und Abwicklung von Banken. Oberstes Ziel muss es sein, dass im Falle einer Bankenpleite nicht mehr die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden, sondern in erster Linie die Eigentümer", sagte Liikanen, der dieses Jahr auch eine Expertengruppe der EU zur Bankenregulierung geleitet hat. "Dass im Falle einer Bankpleite der Staat einspringen muss, wie in den vergangenen Jahren mehrfach geschehen, darf in Zukunft nur noch eine extrem seltene Ausnahme sein."

 
Bank of Finland Governor Erkki Liikanen speaks during a press briefing on the release of the latest issue of the Euro & talous (Euro and Economy) journal in Helsinki, Finland March 15, 2012. REUTERS/Lehtikuva/Antti Aimo-Koivisto THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. NO THIRD PARTY SALES. NOT FOR USE BY REUTERS THIRD PARTY DISTRIBUTORS. FINLAND OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN FINLAND