Obama will nach Schulmassaker gegen Gewalt vorgehen

Montag, 17. Dezember 2012, 12:16 Uhr
 

Newtown (Reuters) - Nach dem Schulmassaker in Connecticut hat US-Präsident Barack Obama ein entschiedenes Vorgehen gegen Gewaltkriminalität gefordert.

"Diese Tragödien müssen aufhören. Und um sie zu beenden, müssen wir uns ändern", sagte Obama bei einer Trauerfeier für die 26 Opfer in der Kleinstadt Newtown am Sonntagabend. Er werde Polizisten, Lehrer und Psychologen zusammenbringen, um zu untersuchen, wie man die Gewalt stoppen könne. Andere als manche Angeordnete seiner demokratischen Partei forderte Obama aber keine schärferen Waffengesetze. Ein 20-Jähriger hatte am Freitag eine Grundschule in Newtown gestürmt, sechs Erwachsene und 20 Kinder im Alter von sechs bis sieben Jahren erschossen und sich das Leben genommen. Er war mit einem Gewehr und zwei Pistolen bewaffnet. Das Motiv ist unklar.

Obama sagte bei der Trauerfeier in einer High School in Newtown, es sei die wichtigste Aufgabe für Erwachsene, für ihre Kinder zu sorgen. "Wenn wir das nicht hinbekommen, bekommen wir gar nichts hin." Obama zeigte bei dem Auftritt weniger Emotionen als am Freitag, als bei einer öffentlichen Erklärung weinte. Viele Besucher der Trauerfeier brachen in Tränen aus, als die Namen der Opfer verlesen wurden.

Die Schulen blieben in Newtown auch am Montag geschlossen. Die Behörden erklärten, die Lehrer von Sandy Hook benötigten noch mehr Zeit, um sich auf die Rückkehr der Schüler vorzubereiten. Diese sollen vorerst in einem Nachbarort unterrichtet werden. Das Gebäude ist von vielen Einschusslöchern gezeichnet und wird von Ermittlern wohl noch mehrere Wochen lang untersucht. Möglicherweise sollen auch Kinder befragt werden, die die Tat überlebten.

Bisherigen Erkenntnissen zufolge tötete der 20-jährige Adam Lanza zunächst zuhause seine Mutter und brach dann mit etlichen Schüssen die Tür zur Schule auf. Früheren Mitschülern zufolge besuchte der Täter als Kind selbst die Einrichtung.

DEMOKRATEN FORDERN SCHÄRFERE GESETZE

Mehrere demokratische Politiker hatten am Wochenende schärfere Gesetze vor allem gegen Sturmgewehre gefordert. So kündigte Senatorin Dianne Feinstein an, in dieser Woche einen Gesetzentwurf einzubringen. Jeder Vorstoß, den Besitz von Waffen zu begrenzen, dürfte aber auf erbitterten Widerstand der Republikaner stoßen. Sie verweisen auf die US-Verfassung, die Bürgern den Besitz von Waffen erlaubt. Das Thema hat für die meisten Politiker keinen Vorrang, weil Waffen in den USA weit verbreitet sind und die Lobbyisten über eine große Macht verfügen. Die Bürger sind selbst nach Gewalttaten wie in Newtown in der Frage gespalten.

 
U.S. President Barack Obama looks down as he walks from the rostrum after speaking at a vigil held at Newtown High School for families of victims of the Sandy Hook Elementary School shooting in Newtown, Connecticut December 16, 2012. REUTERS/Kevin Lamarque (UNITED STATES - Tags: POLITICS CRIME LAW EDUCATION)