Air Berlin verkauft Vielfliegerprogramm an Etihad

Dienstag, 18. Dezember 2012, 09:58 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Air Berlin nimmt mit dem Verkauf seines Vielfliegerprogramms dringend benötigtes Geld für die Konzernsanierung ein.

Die Mehrheit an dem Programm "Topbonus" werde für 184 Millionen Euro an Großaktionär Etihad veräußert, teilte die zweitgrößte deutsche Fluglinie am Dienstag mit. Das Geld solle noch in diesem Jahr fließen. Die Fluggesellschaft aus der Golf-Metropole Abu Dhabi soll künftig 70 Prozent an dem für die Kundenbindung sehr wichtigen Bonusprogramm halten, Air Berlin 30 Prozent. Etihad ist bereits Partner in dem Vielfliegerprogramm, das drei Millionen Mitglieder zählt. Die Börse applaudierte: Air-Berlin-Aktien schnellten um acht Prozent nach oben.

Überraschend kommt der Deal nicht: Air Berlin hatte auf der Suche nach neuen Erlösquellen vor vier Wochen angekündigt, das Vielfliegerprogramm zu Geld zu machen. Ein Käufer wurde damals nicht genannt. Das Geheimnis lüftete das österreichische Kartellamt Anfang Dezember: Es machte den Namen Etihad publik.

Der Lufthansa-Rivale will mit den Geldregen aus dem Verkauf seine Ertragssituation verbessern. Die von Joachim Hunold gegründete Airline hat sich nach einer übereilten Expansion einen harten Sanierungskurs verordnet, dem auch Jobs zum Opfer fallen könnten. Ein Nachrichtensender hatte im November berichtet, Air Berlin wolle 900 Stellen abbauen - das wäre jeder zehnte Job.

Zumindest brachte das Fluggeschäft jüngst wieder Geld, nachdem hier in der ersten Jahreshälfte noch Verluste zu Buche schlugen. Im dritten Quartal kletterte der Betriebsgewinn (Ebit) um fünf Prozent auf 101 Millionen Euro. Großes Ziel von Konzernchef Hartmut Mehdorn sind schwarze Zahlen im Jahr 2013.

Im Gesamtjahr hat Air Berlin zuletzt 2007 einen Nettogewinn eingeflogen. Um über die Runden zu kommen, hat die Fluglinie Ende 2011 Etihad an Bord geholt. Die Airline aus der Golf-Metropole Abu Dhabi sicherte sich 30 Prozent der Aktien und stellte ein Darlehen über 255 Millionen Dollar zur Verfügung.

 
REUTERS/Thomas Peter (GERMANY - Tags: TRANSPORT)