Hälfte der US-Bürger für schärfere Waffengesetze

Dienstag, 18. Dezember 2012, 08:15 Uhr
 

Washington (Reuters) - Nach dem Massaker an einer US-Grundschule befürworten einer Umfrage zufolge deutlich mehr Bürger schärfere Waffengesetze.

Eine am Montag veröffentlichte Erhebung von Reuters und Ipsos ergab, dass 50 Prozent der Befragten dafür plädierten, den Waffenbesitz strenger zu regeln. In einer Umfrage kurz vor dem Mord an 20 Grundschulkindern sowie sechs Erwachsenen an der Sandy Hook Elementary School am Freitag in Newtown befürworteten lediglich 42 Prozent einen solchen Schritt.

US-Präsident Barack Obama hatte bereits kurz nach dem Massaker politische Konsequenzen angekündigt und seine Aufforderung zum Handeln am Sonntag bei einer Trauerfeier bekräftigt. Am Montag beriet Obama mit Vize-Präsident Joe Biden, Justizminister Eric Holder, Bildungsminister Arne Duncan und Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius über die nächsten Schritte. Ein Sprecher von Obama sagte, der Präsident werde sich in den kommenden Wochen näher zu seinen Plänen äußern. Generell befürworte Obama aber ein Verbot von Sturmfeuerwaffen.

Das Ausmaß der Tragödie von Newtown scheint auch einige bisherige Verfechter der Waffenfreiheit zum Umdenken zu bewegen: So schlossen sich die beiden ranghohen Demokraten Joe Manchin, Senator aus West Virginia, und Mark Warner, Senator aus Virginia, der wachsenden Zahl von Politikern in Washington an, die sich für schärfere Waffengesetze einsetzen wollen. Dies hatten sie bislang entschieden abgelehnt. In der Vergangenheit hat die Waffenlobby, namentlich die National Rifle Association (NRA) eine strengere Reglementierung des Waffenbesitzes in den USA stets zu verhindern gewusst.

 
Candles and a sticker are seen honoring the victims of the Sandy Hook Elementary school shootings in Newtown, Connecticut December 17, 2012. The small Connecticut town shattered by an act President Barack Obama called "unconscionable evil," holds on Monday the first two of 20 funerals for schoolchildren massacred in their classrooms last week. REUTERS/Shannon Stapleton (UNITED STATES - Tags: CRIME LAW EDUCATION)