Obama will sich für Verbot von Sturmgewehren einsetzen

Mittwoch, 19. Dezember 2012, 07:43 Uhr
 

Washington (Reuters) - US-Präsident Barack Obama will sich als Konsequenz aus dem Massaker an einer Grundschule für ein Verbot von Sturmgewehren einsetzen.

Der Präsident werde eine entsprechende Initiative der Senatorin Dianne Feinstein unterstützen, sagte ein Sprecher von Obama am Dienstag in Washington. Zudem sei der Präsident offen für ein Gesetz, mit dem der Verkauf von Waffen auf sogenannten Gun Shows strenger kontrolliert werden solle. Hier gelte es, Schlupflöcher zu schließen. Generell sei Obama erfreut darüber, dass zahlreiche Demokraten und Republikaner ihre Meinung zu dem Thema geändert und nun strengere Waffengesetze befürworteten.

Bei dem Massaker in der Stadt Newtown im Bundesstaat Connecticut hatte ein Mann am vergangenen Freitag 20 Grundschüler im Alter von sechs und sieben Jahren und sechs Erwachsene erschossen. In einigen der Kinderleichen wurden bis zu elf Patronen gefunden. Die Gründe für den beispiellosen Gewaltausbruch sind völlig unklar. Der 20-jährige Täter hatte vor dem Massenmord in der Schule auch seine Mutter getötet. Am Ende erschoss er sich selbst. Damit kamen insgesamt 28 Menschen ums Leben.

Erstmals seit dem Massaker meldete sich am Dienstag auch die einflussreiche Waffenlobby zu Wort. Die National Rifle Association (NRA) erklärte, man sei schockiert und betrübt über die "schrecklichen und sinnlosen Morde". Die NRA wolle einen Beitrag dazu leisten, damit so ein Unglück nie wieder passieren könne. Weitere Einzelheiten wolle die Organisation auf einer Pressekonferenz am Freitag mitteilen. Die Waffenlobby ist in den USA stark aufgestellt und hat nach ähnlichen Schießereien in der Vergangenheit schärfere Gesetze stets zu verhindern gewusst.

 
U.S. President Barack Obama prays during a vigil held at Newtown High School for families of victims of the Sandy Hook Elementary School shooting in Newtown, Connecticut December 16, 2012. Obama is visiting Newtown High School to meet with the families of the victims and to thank first responders to the school shooting here that was one of the deadliest such incidents in the nation's history. REUTERS/Kevin Lamarque (UNITED STATES - Tags: POLITICS CRIME LAW EDUCATION)