Commerzbank-Chef will Staatshilfe vorerst nicht zurückzahlen

Freitag, 21. Dezember 2012, 08:51 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Commerzbank plant vorerst keine Rückzahlung der während der Finanzkrise gewährten Staatshilfe in Milliardenhöhe.

"Wir werden die stille Einlage des Bundes verzinsen, daher gibt es auch keinen Druck sie zurückzuzahlen", sagte Commerzbank-Chef Martin Blessing der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagsausgabe) laut Vorabbericht. Die stille Einlage sei ohnehin nur bis Ende 2017 als Eigenkapital anerkannt. "Spätestens dann macht sie ökonomisch keinen Sinn mehr", fügte Blessing hinzu.

Der Bund hatte der Commerzbank in der Finanzkrise eine milliardenschwere Hilfe gewährt und sich gleichzeitig mit gut 25 Prozent an der Bank beteiligt. Von der sogenannten stillen Einlage sind noch rund 1,6 Milliarden Euro übrig, auf die die Commerzbank knapp 150 Millionen Euro Zinsen zahlen müsste. In den vergangenen Jahren war die Bedienung der Einlage stets ausgefallen, weil die Bank nach dem deutschen Bilanzstandard HGB rote Zahlen geschrieben hatte.

Blessing bezeichnete den Kontakt zu Politik als gut: "Wir arbeiten mit der Bundesregierung genauso professionell zusammen wie mit jedem anderen Aktionär." Für ein börsennotiertes Unternehmen wie die Commerzbank sei es gut, wenn es über Ankeraktionäre verfüge.

 
Men walk in front of Germany's Commerzbank headquarters in Frankfurt, November 8, 2012. Commerzbank, Germany's No.2 bank, missed third-quarter profit forecasts and said it was unlikely to pay a dividend for this year or next as a weakening European economy hampers its fight to recover from the 2008 financial crisis. REUTERS/Lisi Niesner (GERMANY - Tags: BUSINESS)