Kreise - Sparkassen-Versicherer sollen zusammenrücken

Freitag, 21. Dezember 2012, 12:29 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) dringt Finanzkreisen zufolge auf ein engeres Zusammenrücken der öffentlich-rechtlichen Versicherer.

DSGV-Chef Georg Fahrenschon mache hier Druck, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Noch im Januar solle sich in Berlin eine hochrangige Arbeitsgruppe treffen, um Möglichkeiten einer engeren Verzahnung auszuloten. Erste Ansätze gibt es bereits: Der Versicherer Provinzial Nordwest und die Schwestergesellschaft Provinzial Rheinland prüfen derzeit auf Drängen der Politik und der Sparkassen die Chancen für eine Fusion. Auslöser war, dass der Versicherungskonzern Allianz seine Fühler nach der Provinzial Nordwest ausgestreckt hatte. Mehrere Anläufe zu einer Fusion der beiden Provinzial-Gesellschaften sind früher schon gescheitert.

In Sparkassenkreisen heißt es nun, man könne entweder ganze Versicherungsunternehmen miteinander fusionieren oder nur einzelne Sparten enger zusammenbringen. Denkbar seien in einem ersten Schritt auch lose Kooperationen einzelner Geschäftsbereiche, wie etwa in der Informationstechnologie. Da gebe es noch keine Festlegungen. Ein Insider räumte ein, dass Zusammenschlüsse von Versicherern wegen der komplizierten Eigentümerstrukturen nicht einfach seien. "Aber längerfristig müssen sich die Unternehmen im Wettbewerb behaupten und das wird zunehmend schwierig, wenn es nur ein loser Verbund ist." Der DSGV äußerte sich nicht dazu.

Es gibt bislang kaum Kooperationen unter den zahlreichen Versicherern im Sparkassenlager, die zusammen einen Marktanteil von rund zehn Prozent haben. Mehr als 90 Prozent der Beitragseinnahmen der öffentlich-rechtlichen Versicherungsfirmen von insgesamt 18 Milliarden Euro entfallen auf die fünf größten Anbieter - mit der Versicherungskammer Bayern an der Spitze. Im Sparkassenlager heißt es, bei einer Konsolidierung der Versicherer seien Einsparungen von 500 Millionen Euro möglich. Bei der Gewerkschaft Verdi klingeln deshalb bereits seit einigen Wochen die Alarmglocken - sie fürchten einen massiven Job-Abbau.

Bislang gibt es noch keinen Fahrplan für eine engere Verzahnung der Versicherer. Ziel sei aber, rasch Grundsatzentscheidungen zu treffen, betonte einer der informierten Personen. "Bei den Versicherern hat es jetzt gerade mit der Provinzial einen aktuellen Anstoß gegeben - so was braucht es manchmal, damit Dinge ins Rollen kommen." Je nach Erfolg beim Thema Versicherungen könne die Sparkassen-Gruppe sich in einem zweiten Schritt mit den ebenfalls wenig kooperierenden Bausparkassen beschäftigen.

 
Bavarian Finance Minister Georg Fahrenschon looks at some papers at the Bavarian state parliament in Munich December 15, 2009. REUTERS/Michael Dalder