Kunden bescheren US-Einzelhandel keine frohe Weihnacht

Mittwoch, 26. Dezember 2012, 19:16 Uhr
 

New York (Reuters) - Im US-Einzelhandel macht sich Enttäuschung über ein mageres Weihnachtsgeschäft breit.

Erste Daten deuten auf das geringste Umsatzplus seit der Rezession im Jahr 2008 hin. Die am Mittwoch veröffentlichte Erhebung von MasterCard SpendingPulse ergab nach vorläufigen Zahlen einen Anstieg von lediglich 0,7 Prozent im Zeitraum vom 28. Oktober bis zum 24. Dezember. Im vergangenen Jahr waren es noch zwei Prozent. Schlechtes Wetter habe viele Amerikaner vom Einkaufsbummel abgehalten, sagte Michael McNamara von MasterCard SpendingPulse. Andere Experten verwiesen auf den US-Haushaltsstreit: Viele Verbraucher zögerten demnach mit Käufen, weil ohne Einigung 2013 höhere Steuern auf sie zukommen könnten und ihnen damit weniger Geld im Portemonnaie bliebe.

Erfasst wurden bei SpendingPulse unter anderem Einnahmen aus dem Verkauf von Kleidung, Elektroartikeln, Luxusgütern und Einrichtungsgegenständen. Die Ergebnisse bestätigen Schätzungen anderer Marktforscher, nach denen das sonst besonders lukrative Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr eher enttäuschend ausgefallen sein dürfte. Sogar um fast vier Prozent abwärts ging es der MasterCard-Erhebung zufolge mit dem Geschäft in den dicht besiedelten Gebieten im Osten der USA, über die Ende Oktober Hurrikan "Sandy" hinweggefegt war.

"Es könnten ziemlich unfrohe Weihnachten für die Einzelhändler werden", resümierte Analystin Kim Forrest von Fort Pitt Capital Group. Die Branche hofft nun auf ein reges Nachfeiertagsgeschäft. Einen weiterhin steilen Aufstieg vollzog dagegen der Internet-Handel. Allein am ersten Weihnachtstag erhöhten sich die Umsätze um 22,4 Prozent, wie aus Statistiken von IBM Digital Analytics Benchmark hervorging. Im Vorjahr lag das Plus bei gut 16 Prozent.

Um die Politiker in Washington zu einer Einigung in dem auch die Verbraucher verunsichernden Haushaltsstreit zu bewegen, entschied sich die Kaffeehaus-Kette Starbucks zu einer ungewöhnlichen Kampagne: Die Kongressabgeordneten sollen am Donnerstag und Freitag zum Engagement für einen Kompromiss aufgefordert werden, in dem die Mitarbeiter in den Starbucks-Filialen im Regierungsviertel auf die Kaffeebecher "Come Together" schreiben.