IWF warnt vor Scheitern der US-Haushaltsverhandlungen

Donnerstag, 27. Dezember 2012, 10:04 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vor den Folgen eines Scheiterns der US-Haushaltsverhandlungen gewarnt.

"Fallen die USA von der Fiskalklippe, hätte dies dramatische Konsequenzen. Für die USA, für die Weltwirtschaft und für die Finanzmärkte, wo die Nervosität wieder deutlich zunehmen dürfte", sagte der Chef der IWF-Geldmarkt- und Finanzabteilung, Jose Vinals, der Zeitung "Die Welt" (Donnerstagsausgabe). Bislang hätten die Märkte ein Scheitern der Verhandlungen bei ihren Anlageentscheidungen nicht berücksichtigt.

Kurz vor dem letzten Anlauf, den erbittert geführten Haushaltsstreit in den USA doch noch vor Jahresende beizulegen, gab es in Washington Anzeichen für Bewegung. Der republikanische Verhandlungsführer John Boehner rief den von Demokraten dominierten Senat zum Handeln auf und sagte zu, jeden Gesetzesbeschluss der Kammer zu prüfen. Um die Verhandlungen voranzutreiben, wollte US-Präsident Barack Obama am Donnerstag vorzeitig aus seinem Weihnachtsurlaub nach Washington zurückkehren. Gelingt Obama bis zum Jahresende keine Einigung mit dem Kongress, treten automatisch massive Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Kraft. Die weltgrößte Volkswirtschaft könnte über diese sogenannte Fiskalklippe in eine Rezession stürzen.