Last-Minute-Shopping sorgt im Handel für Zuversicht

Donnerstag, 27. Dezember 2012, 12:06 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Einkäufe kurz vor Toresschluss haben dem deutschen Einzelhandel voraussichtlich Rekordumsätze im Weihnachtsgeschäft beschert.

Logistikunternehmen wie die Post oder Hermes profitieren zudem vom Trend zum Einkauf per Mausklick oder Telefon. "Wir rechnen zwischen den Feiertagen mit vollen Innenstädten, weil viele Kunden Urlaub haben und ihre Geldgeschenke oder Gutscheine einlösen werden", sagte der Sprecher des Branchenverbandes HDE, Stefan Hertel, am Donnerstag in Berlin. "Das sind sehr umsatzträchtige Tage." Der HDE zeigte sich deshalb optimistisch, dass der Weihnachtsumsatz um 1,5 Prozent auf das Rekordniveau von 80,4 Milliarden Euro steigen wird. "Wir halten an unserem Ziel fest", sagte Hertel.

In der Woche vor Heiligabend hatte das bis dahin durchwachsende Weihnachtsgeschäft nach Angaben des HDE deutlich an Schwung gewonnen. "Besonders gut lief es im Sporthandel wegen des Wintereinbruchs", sagte Hertel. "Auch Haushaltswaren, Glas, Porzellan und Keramik sowie Schmuck, Parfüm und Elektronik wie Smartphones oder Tablet-Rechner waren gefragt."

ONLINEHANDEL HEIZT POST UND HERMES EIN

Bei der Post sorgt das Internet-Shoppping für florierende Paketgeschäfte. "Wir haben im Dezember zehn Prozent mehr Volumen transportiert als im Vorjahr", sagte ein Konzernsprecher. Sieben Millionen Pakete seien im Durchschnitt pro Tag auf den Weg gebracht worden. In anderen Monaten seien es täglich drei Millionen Sendungen. Hauptwachstumstreiber seien die Onlinebestellungen der Kunden.

Auch das Logistikunternehmen Hermes, das die Waren des Versandhändlers Otto zustellt, profitiert vom Paketboom. Hermes-Sprecher Martin Frommhold betonte, das Weihnachtsgeschäft sei "sehr, sehr gut" gelaufen. Aber es sei noch nicht zu Ende. "Wir sind mitten in der Großkampfzeit mit Retouren." Ein Phänomen im Einkaufsverhalten sei der Trend zum "last-minute-shopping". Der Höhepunkt für Weihnachtskäufe verlagere sich immer mehr nach hinten. "Für Otto haben wir eingerichtet, dass Kunden am Sonntag noch bestellen konnten und bis Montag geliefert wurde." Davon habe eine hohe fünfstellige Zahl an Kunden Gebrauch gemacht, erklärte Frommhold.

Ein Sprecher des Handelsriesen Metro mit seinen Töchtern Kaufhof, Media Markt/Saturn und Real wollte sich nicht in die Karten gucken lassen. Er sagte lediglich: "Am Samstag vor Weihnachten gab es eine sehr hohe Kundenfrequenz." Bei Douglas wollte man sich einem Sprecher zufolge so kurz nach den Feiertagen zunächst einen Überblick verschaffen.

 
People carry shopping bags outside the Alexa retail centre in Berlin, December 19, 2010. Many retailers in Germany are open this Sunday due to Christmas shopping season. REUTERS/Thomas Peter (GERMANY - Tags: SOCIETY)