Normaler TV-Bildstandard der Privaten bleibt kostenfrei

Freitag, 28. Dezember 2012, 12:00 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Der normale Bildstandard der beiden größten deutschen Privat-Sender ProSiebenSat.1 und RTL bleibt für Fernsehzuschauer weiterhin kostenfrei.

Die beiden Sendergruppen aus München und Köln verpflichteten sich gegenüber dem Bundeskartellamt, in den kommenden zehn Jahren ihre Programme in SD-Bildqualität unverschlüsselt anzubieten, wie die Behörde am Freitag mitteilte. "Durch die Verpflichtung der privaten Sendergruppen zur Aufrechterhaltung der unverschlüsselten SD-Verbreitung steht den Fernsehzuschauern auch in den kommenden Jahren eine Empfangsmöglichkeit für digitales FreeTV offen, ohne Signalschutzbeschränkungen und ohne dass dafür zusätzliche Entgelte anfielen", erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

Während die Standard-Bildqualität also nicht bezahlt werden muss, können die Sender ihre Pogrammsignale in HD-Qualität verschlüsseln. "Somit haben wir für die Weiterentwicklung unserer digitalen Angebote wie auch der Verbreitung unserer Programme in HD die dringend notwendige Planungssicherheit", erklärte ein RTL-Sprecher. ProSiebenSat.1 betonte, sich bereits im Juli 2012 mit dem Kartellamt auf eine einvernehmliche Beendigung des Verfahrens verständigt zu haben.

55 MILLIONEN EURO BUSSGELD

Wegen wettbewerbswidriger Absprachen müssen die Sender allerdings eine Millionenbuße berappen. Das Bundeskartellamt verhängte gegen die beiden Sender sowie zwei verantwortliche Personen Geldbußen von insgesamt 55 Millionen Euro. Die Behörde wirft den Unternehmen vor, bei der Einführung der Verschlüsselung ihrer digitalen FreeTV-Programme wettbewerbswidrige Absprachen getroffen zu haben. "Das Bundeskartellamt hat festgestellt, dass sich die beiden Sendergruppen in den Jahren 2005/2006 darüber abgesprochen haben, ihre digitalen Free-TV-Programme in SD-Qualität zukünftig nur noch verschlüsselt auszustrahlen und dafür ein zusätzliches Entgelt zu verlangen", sagte Mundt. Die Absprachen hätten mindestens bis zu einer Razzia bei den Unternehmen im Mai 2010 gedauert, in etlichen Netzen auch darüber hinaus.

Die Bußgeldbescheide seien zwar noch nicht rechtskräftig, über mögliche Einsprüche entscheide das Oberlandesgericht Düsseldorf. Allerdings haben sich der Behörde zufolge alle Unternehmen bereiterklärt, den Streit zu beenden. RTL erklärte dazu, das Bußgeld habe keine negativen Auswirkungen auf den Gewinn 2012, da bereits im vergangenen Jahr Rückstellungen gebildet worden seien.

 
The logo of RTL Television and N-TV are seen on the Cologne trade fair tower near the RTL headquarters in Cologne November 12, 2012. REUTERS/Wolfgang Rattay (GERMANY - Tags: BUSINESS MEDIA)