Debatte um Steinbrücks Kritik an Kanzlergehalt reißt nicht ab

Montag, 31. Dezember 2012, 10:13 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Debatte um die Kritik von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück an der zu geringen Bezahlung der deutschen Regierungschefs innerhalb seiner Partei reißt nicht ab.

Kritik kam von den Bundestagsabgeordneten Carsten Sieling und Rüdiger Veit. "Um Geld zu verdienen, geht man nicht in die Politik, da muss man sich was anderes einfallen lassen", sagte Veit der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe). Sieling regte an, sich stärker darauf zu konzentrieren, dass "viele andere Berufe unterbezahlt sind". Der frühere SPD-Chef Björn Engholm betonte: "Ich gehe davon aus, dass man vom Gehalt des Bundeskanzlers leben kann. Man darf die Einkünfte eines Kanzlers nicht mit den völlig überhöhten Bezügen mancher Vorstände vergleichen."

Der Kritik Steinbrücks an den Gehältern schlossen sich die Abgeordneten Karl Lauterbach und Florian Pronold an. Lauterbach sagte, Steinbrück habe vollkommen recht. "Es kann nicht sein, dass das reichste Land Europas seinem Regierungschef eines der geringsten Gehälter zahlt." Pronold meinte, wenn der Sparkassenpräsidente ein Vielfaches des Gehalts der Kanzlerin verdiene, sei das keine leistungsgerechte Bezahlung.

Der wegen hoher Vortragshonorare ohnehin in der Kritik stehende Ex-Bundesfinanzminister Steinbrück hatte in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" beklagt, Bundeskanzler verdienten zu wenig. Parteienforscher Jürgen W. Falter nannte Steinbrücks Vorgehen "grauenvoll ungeschickt". "Es wirkt, als wolle er mehr Geld haben und verhandele bereits im Vorfeld darüber", sagte Falter der "Passauer Neuen Presse".

 
Peer Steinbrueck of the opposition Social Democratic Party (SPD) is reflected in a glass barrier during his speech at a session of the German lower house of parliament Bundestag in Berlin, October 18, 2012. REUTERS/Tobias Schwarz (GERMANY - Tags: POLITICS)