Deutsche Industrie schwächelt auch am Jahresende

Mittwoch, 2. Januar 2013, 10:24 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Kein Happy End für die deutsche Industrie zum Jahresausklang: Ihre Geschäfte schrumpften im Dezember den zehnten Monat in Folge.

Der Einkaufsmanagerindex fiel um 0,8 auf 46,0 Punkte, wie das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Er blieb damit deutlich unter der Marke von 50 Zählern, ab der ein Wachstum im Vergleich zum Vormonat signalisiert wird. "Wenngleich die Hersteller bemüht sind, an die Erfolge der letzten Jahre anzuknüpfen, so scheint sich die Lage in diesem Winter doch weiter zugespitzt zu haben", sagte Markit-Ökonom Tim Moore.

Sorge bereitet den Firmen die maue Nachfrage. Die Neuaufträge fielen bereits den 18. Monat in Folge. "Besonders schwach war die Nachfrage aus dem Ausland", hieß es. Die Unternehmen versuchen zwar, dies durch die Arbeitung bestehender Aufträge und Preissenkungen auszugleichen. Trotzdem mussten sie den neunten Monat in Folge ihre Produktion drosseln.

MODERATER STELLENABBAU

Die Industrie strichen deshalb den dritten Monat in Folge Jobs. Allerdings fiel der Stellenabbau moderat aus. Entlastet wurden die Firmen auf der Kostenseite. Zum ersten Mal seit August mussten sie weniger für Rohstoffe und Zwischenprodukte zahlen. "Dies sollte den Druck auf die Gewinnmargen zu Jahresbeginn vermindern und damit für ein wenig Entlastung bei den Industriebetrieben sorgen", schrieb Markit.

 
A worker controls a tapping of a blast furnace at Europe's largest steel factory of Germany's industrial conglomerate ThyssenKrupp AG in the western German city of Duisburg December 6, 2012. REUTERS/Ina Fassbender (GERMANY - Tags: BUSINESS INDUSTRIAL)