US-Haushaltskompromiss beflügelt Europas Börsen

Mittwoch, 2. Januar 2013, 10:52 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Erleichterung über die Einigung im US-Haushaltsstreit hat die europäischen Börsen am Mittwoch beflügelt.

"Die Politiker haben einen Weg gefunden, die 'Fiskalklippe' um 'fünf nach zwölf' zu umschiffen", sagte Marktanalyst Roger Peeters vom Bankhaus Close Brothers Seydler. Anleger griffen sowohl bei Aktien als auch bei Rohstoffen und Währungen beherzt zu. Sie ließen sich dabei auch nicht von den Warnungen einiger Börsianer abhalten, dass die US-Schuldenkrise mit diesem Kompromiss noch lange nicht überwunden sei.

Dax und EuroStoxx50 legten zum Auftakt des Börsenjahres 2013 jeweils gut zwei Prozent zu. Der deutsche Leitindex markierte mit 7771,71 Punkten ein neues Fünf-Jahres-Hoch, sein pan-europäisches Pendant notierte mit 2690,91 Zählern immerhin so hoch wie zuletzt vor eineinhalb Jahren. Zuvor hatten bereits die Börsen in Hongkong und Südkorea jeweils knapp zwei Prozent zugelegt.

Ein Großteil dieser Kursgewinne gehe allerdings auf das Konto der Wall-Street-Rally vom Montag, betonte Close-Brothers-Experte Peeters. Die US-Indizes hatten nach Börsenschluss in Europa noch einmal zugelegt. Der deutsche Aktienmarkt war am Montag sogar komplett geschlossen geblieben.

EINIGUNG IN LETZTER MINUTE - SCHULDENPROBLEM NOCH UNGELÖST

Nach zähen Verhandlungen hatte sich der US-Kongress in der Nacht zum Mittwoch auf einen Kompromiss geeinigt, der viele der zum Jahreswechsel in Kraft getretenen automatischen Ausgabenkürzungen und Steuer-Erhöhungen wieder aufhebt. Ohne diese Einigung wäre die weltgrößte Volkswirtschaft nach Einschätzung von Experten über die sogenannte "Fiskalklippe" in die Rezession gestürzt.

"Man sollte den Kompromiss jedoch nicht überbewerten", warnten die Analysten der National-Bank in einem Kommentar. "Die nächsten Probleme sind bereits vorgezeichnet." In den kommenden Monaten müssen sich die US-Politiker auf Einsparungen einigen, um die überbordende Staatsverschuldung langfristig in den Griff zu bekommen. Außerdem stoßen die USA bald an ihre selbst gesetzte Schulden-Obergrenze. Ohne deren Anhebung droht der weltgrößten Volkswirtschaft die Zahlungsunfähigkeit.

Eine schnelle Lösung dieses Problems sei nicht zu erwarten, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. "Das politische System der USA kann in Fragen dieser Art nichts anderes als Last-Minute-Lösungen erzeugen."

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