Autobauer fahren in den USA kräftiges Absatzplus ein

Freitag, 4. Januar 2013, 08:10 Uhr
 

Detroit/München (Reuters) - Ein gutes Weihnachtsgeschäft hat den deutschen Autobauern zum Jahresausklang kräftige Zuwächse in den USA beschert.

Volkswagen steigerte den Absatz im Dezember nach Angaben von Donnerstag um 35 Prozent auf 44.000 Wagen. Die VW-Tochter Audi erzielte einen Anstieg von 17 Prozent. Der Sportwagenbauer Porsche verkaufte sogar 61 Prozent mehr Autos als ein Jahr zuvor. Bei BMW betrug das Absatzplus rund 35 Prozent. Auch bei Daimler florierten die Geschäfte. Der Stuttgarter Konzern erhöhte den Verkauf der Marke Mercedes um zwölf Prozent.

Auch die drei großen US-Autobauer verbuchten ein deutliches Plus. Die Opel-Mutter General Motors verkaufte fast 246.000 Fahrzeuge auf dem Heimatmarkt, das sind fünf Prozent mehr als vor einem Jahr. Ford meldete ein Plus von zwei Prozent auf gut 214.000 Wagen. Dies seien die besten Dezember-Verkaufszahlen seit dem Vorkrisenjahr 2006. Chrysler steigerte seinen Absatz um zehn Prozent auf mehr als 152.000 Fahrzeuge.

Auch andere ausländische Hersteller legten kräftig zu. So verbuchte der japanische Toyota-Konzern ein Plus von neun Prozent auf gut 194.000 Wagen. Vor allem aber die deutschen Oberklasse-Autobauer profitieren davon, dass ihre teuren Limousinen und Geländewagen im zweitgrößten Pkw-Markt der Welt weiter reißenden Absatz finden. In den USA wie in China gleichen die Konzerne Rückgänge in Europa aus. In vielen europäischen Ländern, vor allem im schuldenbeladenen Süden, wurden 2012 so wenige Neuwagen verkauft wie seit Jahren, teils Jahrzehnten, nicht mehr. Auch der lange krisenresistente Pkw-Markt in Deutschland geriet in den Strudel der Absatzkrise. Im vergangenen Jahr schrumpfte die Zahl der Neuzulassungen hier um drei Prozent auf 3,08 Millionen.

Für die USA gehen Experten davon aus, dass die Autoverkäufe im vergangenen Jahr um 13 Prozent auf rund 14,5 Millionen Fahrzeuge angezogen haben. Dies wäre der beste Wert seit 2007. Die allmähliche Erholung der amerikanischen Wirtschaft, die leichtere Verfügbarkeit von Krediten und die Notwendigkeit, alte Fahrzeuge zu ersetzen, sorgten demnach für Schwung am lange lahmenden Automarkt. Für 2013 erwartet das Marktforschungsunternehmen Polk einen Anstieg der Verkaufszahlen in den USA auf 15,3 Millionen - ein Plus von knapp sieben Prozent.

 
The Volkswagen E-Bugster concept car is introduced on the first press preview day for the North American International Auto Show in Detroit, Michigan, January 9, 2012. REUTERS/Mike Cassese (UNITED STATES - Tags: TRANSPORT BUSINESS)