Hollande gegen Übernahme von bedrohter Petroplus-Raffinerie

Samstag, 5. Januar 2013, 15:54 Uhr
 

Val-de-Reuil (Reuters) - Frankreichs Präsident Francois Hollande hat für die Raffinerie der insolventen Schweizer Petroplus in der Normandie Finanzhilfen ins Aussicht gestellt, eine Übernahme durch den Staat aber abgelehnt.

Es sei schwer, einen Käufer zu finden, sagte Hollande am Samstag nach einem Treffen mit Gewerkschaftern. Der Staat werde seine Pflicht tun, aber die Arbeiter wüssten auch, dass er die Anlage nicht selbst übernehmen könne. In der Raffinerie Petit-Couronne sind 500 Arbeitsplätze in Gefahr. Bislang haben acht Unternehmen Interesse an einer Übernahme bekundet. Ein Problem sind unter anderem die hohen Kosten für ein Wiederanfahren der Anlage.

Die Petroplus-Raffinerie stellt für Hollande eine erneute Herausforderung im Kampf um den Erhalt industrieller Arbeitsplätze dar. Bei der zwei Monate dauernden Auseinandersetzung um den Erhalt des ArcelorMittal-Stahlwerks in Florange hatte er sich Kritik von Wirtschaft und Gewerkschaften eingehandelt. Hollande muss trotz stagnierender Wirtschaft die Staatsverschuldung abbauen, was mit einer Kürzung öffentlicher Ausgaben sowie der Erhöhung von Steuern einhergeht. Die Arbeitslosigkeit ist Frankreich auf den höchsten Stand seit 15 Jahren geklettert.

 
France's President Francois Hollande (L) waves during a visit to a neighborhood which is undergoing renovation in Val-de-Reuil, near Rouen, with city mayor Marc-Antoine Jamet (2ndR), January 5, 2013. REUTERS/Charly Triballeau/Pool (FRANCE - Tags: POLITICS)