Indien und Pakistan liefern sich Feuergefecht in Kaschmir

Sonntag, 6. Januar 2013, 11:20 Uhr
 

Islamabad (Reuters) - Nach Monaten der Annäherung haben sich die Erzrivalen Indien und Pakistan schwere Schusswechsel im umstrittenen Gebiet Kaschmir geliefert.

Im Feuer der indischen Streitkräfte kam am Sonntag ein pakistanischer Soldat ums Leben. Ein weiterer sei verletzt worden, teilte das pakistanische Militär mit. Beide Seiten schossen über die sogenannte Line of Control, der Demarkationslinie zwischen dem pakistanischen und dem indischen Teil von Kaschmir. Wer zuerst feuerte, war zunächst unklar. Indien und Pakistan haben seit 1947 drei Kriege gegeneinander geführt. Beide Länder betrachten Kaschmir als Teil ihres Staatsgebietes.

Die Streitkräfte der Länder warfen sich gegenseitig eine Verletzung des Waffenstillstands vor. Nach Darstellung des pakistanischen Militärs griffen indische Soldaten den Posten Sawan Patra an. Das Nachbarland wies die Angaben zurück: Die Streitkräfte hätten die Demarkationslinie nicht überschritten. Im Gegenteil: Die pakistanische Armee habe den indischen Posten Churuda, rund 100 Kilometer nordwestlich der Großstadt Srinagar, fünf Stunden lang unter Beschuss genommen.

FEUERGEFECHTE TROTZ ANNÄHERUNG

In Kaschmir kommt es immer wieder zu Grenzscharmützeln, allerdings zuletzt deutlich seltener. Dennoch kamen im vergangenen Jahr acht Menschen ums Leben. In jüngster Zeit hatten sich die Beziehungen zwischen den Staaten, die beide über Atomwaffen verfügen, langsam verbessert - etwa durch die Unterzeichnung eines Visa-Abkommens. Kaschmir ist für beide Länder ein hochsensibles Thema. Der indischen Armee werden diverse Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Mehrfach bildeten pakistanische Sicherheitskräfte Milizen für Anschläge auf indische Soldaten aus. Beide Länder verbinden Gemeinsamkeiten in Kultur und Sprache. Während in Pakistan die Mehrheit dem muslimischen Glauben angehört, sind die meisten Inder Hindus.

- von Mubasher Bukhari